30.12.2012

Vier haben nicht geantwortet

Moorschutz: BUND und NABU befragten Landtagskandidaten

Nienburg (DH). Untersuchungen des von-Thünen-Instituts belegen die enorme Bedeutung der Moorböden für den Klimaschutz. Gerade Niedersachsen mit seinen umfangreichen Moorböden kann hier viel zur Verminderung der Emissionen von klimaschädlichen Treibhausgasen beitragen. Zwei Drittel der Moorböden werden landwirtschaftlich genutzt. Diese Nutzung setzt große Mengen Treibhausgase frei. Die niedersachsenweite „Aktion Moorschutz“ setzt sich für den Schutz der Moorböden ein.

Die Umweltverbände des Landkreises Nienburg, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Naturschutzbund Deutschland (NABU), wollten von allen Landtagskandidaten aller Parteien im Landkreis Nienburg wissen, wie sie zum Moorschutz stehen.

Vier Fragen wurden gestellt. Nicht geantwortet haben Torben Franz (Die Linke), Heiner Werner (FDP), Helge Limburg (Bündnis 90/Grüne) und Bernd Dreyer (Piraten).

In der ersten Frage wurde nach der Unterstützung eines Moor- und Klimaschutzkonzepts mit Wiedervernässung von Mooren gefragt.

Volle Unterstützung wurde von den Kandidaten von SPD (Grant-Hendrik Tonne, Birgit Menzel), Bündnis 90/Grüne (Monika Tautz), Die Linke (Viktoria Kretschmer), FDP (Dr. Lothar Biege) und Piraten (Heinrich Rode) zugesagt. Die Kandidaten der CDU (Karsten Heineking, Johann-Heinrich Ahlers), wollen laut BUND und NABU ein Moorschutzprogramm nur unter Naturschutzaspekten.

In der zweiten Frage wurde nach Unterstützung von Wiedervernässung landwirtschaftlicher Moorflächen gefragt.

Die Kandidaten von SPD und CDU machten hierzu keine Angaben, der FDP - Kandidat und die Grüne sehen das Problem der Kosten, da die Flächen gekauft werden müssten.

Daher fordern die Grünen zunächst Wiedervernässung von Moorböden auf staatlichen Flächen.

In der dritten Frage ging es um den sofortigen Stopp neuer Torfabbaugenehmigungen.

Die CDU will den Torfabbau erst mittelfristig beenden, die SPD eventuell, die Grünen und Die Linke sind für sofortigen Stopp, wobei die Grünen eine Torfabbau-Abgabe einführen wollen, um Torfersatzstoffe zu fördern.

Zuletzt wurde nach der Bedeutung von Arten- und Biotopschutz in Mooren gefragt.

Hier haben alle Kandidaten ihre volle Unterstützung zugesagt.

Wie Lothar Gerner vom Vorstand des BUND und Jens Rösler, Vorsitzender des NABU, betonen, zeigen die Antworten aufschlussreiche Unterschiede in den Haltungen der befragten Kandidaten zur Frage des Moorschutzes. Die beiden Umweltverbände fordern alle Bürgerinnen und Bürger auf, zur Wahl zu gehen, um dadurch ihre Meinung zu Umweltfragen politisch umzusetzen.

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Erstellt:
30. Dezember 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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