Grünfinken bei der Fütterung. Foto: Ludwichowski

Grünfinken bei der Fütterung. Foto: Ludwichowski

Landkreis 24.11.2019 Von Die Harke

Vögel füttern? Unbedingt – aber richtig!

NABU-Vorsitzender Jens Rösler sagt, wie es geht

Der NABU-Kreisverband Nienburg ruft die HARKE-Leser zu einer Vogel-Winterfütterung mit Sachverstand auf. Vorsitzender Jens Rösler hält eine Verteufelung des Vogelfütterns im Winter für unsinnig. Er sieht darin nicht zuletzt einen pädagogischen Wert: Durch den Bezug zur Natur über das Füttern erhofft sich Rösler mehr Verständnis und Einsatz für ihren Erhalt.

„Traditionell füttern viele Menschen in der kalten Jahreszeit Vögel“, sagt Rösler: „Aber wir haben aufgrund der Zunahme der Anfragen den Eindruck, dass sich Futterhäuschen und Co. einer wachsenden Beliebtheit erfreuen.“ Das ist nach Röslers Worten ganz in seinem Sinne: „Nur wer einen Bezug zur Natur herstellen kann, wird sich für ihre Erhaltung einsetzen. Daher ist die Winterfütterung auch in pädagogischer Hinsicht sehr wertvoll.“ Besonders Kinder und ältere Menschen hätten die Möglichkeit, durch Vogelbeobachtung Freude und Verständnis für die Tierwelt zu entwickeln.

Die Fütterung muss nach Röslers Worten aber mit Sachverstand geschehen. Grundsätzlich sollten aus Sicht des Naturschützers „keine Massenfutterplätze“ eingerichtet werden, da sie für die Tiere leicht zu Infektionsquellen werden könnten. Mehrere kleine Futterplätze sind laut NABU geeigneter: „Für alle Meisenarten eignen sich sogenannte Futtertrichter am besten, in denen das Futter nachrutschen kann und vor Verschmutzung und Regen geschützt ist“, heißt es in einer Pressemitteilung: „Futterhäuser sind gut geeignet für Amsel, Rotkehlchen, Schwanzmeise, Grünfink, Erlenzeisig, Spatz und Dompfaff. „Wichtig ist, dass das Futterhaus regelmäßig gereinigt wird, am besten mit warmem Wasser, aber ohne Chemikalien“, sagt Rösler.

Bei der Auswahl des Futters sollte nach Angaben des NABU darauf geachtet werden, dass die Ware frisch ist und keine ranzigen Fette verwendet werden. „Gerade zu Beginn der Futtersaison sollte im Handel darauf geachtet werden, dass keine abgelaufene Ware des Vorjahres mehr verwendet wird“, teilt der NABU mit: „Menschliche Speisereste sollten tabu sein. Besonders gut bewährt haben sich für die Meisenarten die bekannten Meisenringe und Futterzapfen aus dem Fachhandel, bei denen Nüsse und Sonnenblumenkerne in Talg eingelassen sind. Auch große Talgkolben haben sich als gute Energiespender erwiesen.“

Rösler „Man kann auch selbst Rindertalg in Blumentöpfe gießen, die dann kopfüber aufgehängt werden. Reichhaltig sind im Regelfall die Futtermischungen, die der Handel aus Sonnenblumenkernen, Sämereien und Erdnüssen anbietet, sie werden von den meisten Vogelarten gerne akzeptiert.“ Ergänzend kann laut Rösler im Handel ein spezielles Weichfutter für Weichfresser wie das Rotkehlchen gekauft werden, dem auch Insekten beigemischt sind.

Winterfütterung sollte nach angaben des NABU als Ergänzung zu einer möglichst naturnahen Gestaltung des eigenen Umfelds – sprich: des Gartens oder Kleingartens – gesehen werden. „Der Garten ist eine große Futterquelle“, sagt Rösler. Ein Beispiel sind nach Röslers Worten Halme von Stauden und Gräsern, in denen Insekten überwintern. Diese Tiere könnten von Singvögeln leicht aufgespürt werden.

„Es ist eine echte Eiweißbombe für eine Blaumeise, wenn sie eine solche Made findet“, sagt der NABU-Vorsitzende. Daher sollten solche Halme möglichst im Winter stehen bleiben und erst im Frühjahr abgeschnitten werden, um dann neuen Austrieben Platz zu machen. Auch in den Ritzen von Trockenmauern, die leicht aus Ziegelsteinen aufzuschichten sind, und natürlich in Reisig- und Laubhaufen, die auch als Igelunterschlupf in keinem Garten fehlen sollten, ließe sich für die Vögel ein reiches Nahrungsangebot finden, sagt Rösler.

In der NABU-Geschäftsstelle in Schessinghausen (Unter den Eichen 21) können Interessierte am Samstag, 30. November, ab 15 Uhr Vogelfutter selbst herstellen. Anmeldung per E-Mail an Familienangebot@NABU-Nienburg.de oder per Telefon unter (0176) 70039827. Das Angebot kostet fünf Euro, Mitglieder zahlen drei Euro.

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Erstellt:
24. November 2019, 15:07 Uhr
Lesedauer:
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