„Causa finalis III“ heißt dieses Foto. Birgit Streicher

„Causa finalis III“ heißt dieses Foto. Birgit Streicher

Liebenau 26.02.2019 Von Die Harke

Vogelperspektive auf die Welt

Birgit Streicher stellt ab 8. März ihre Fotografien unter dem Titel „Topografische Kurzgeschichten“ bei Auekunst in Liebenau aus

Birgit Streicher stellt unter dem Titel „Topografische Kurzgeschichten“ ihre Fotografien bei „Auekunst“ in Liebenau aus. Die Ausstellung wird am Freitag, 8. März, um 17 Uhr eröffnet und läuft dann bis zum 28. April. Birgit Streicher hat ihre Ausbildung an der renommierten „Schule für Fotografie“ in München absolviert. In ihrem künstlerischen Werk arbeitet sie in Serien, was den konzeptuellen Ansatz ihrer Aufnahmen deutlich macht. Auch wenn bei diesem Vorgehen das herausragende Einzelbild nach wie vor eine wichtige Rolle spielt, ist bei der fotografischen Serie das Ganze doch stets mehr als die Summe seiner Teile. Indem die Einzelbilder sich zu einem facettenreichen Ensemble fügen, gewinnt das Thema der Serie beinahe automatisch an Komplexität und Tiefe.

Das ist auch der Fall bei ihren „Topografischen Kurzgeschichten“: „Sie führen den Genius loci schon im Titel. Die Künstlerin inspiriert bei ihrer Bildserie der Blick aus der Vogelperspektive auf die Welt. Er ist auch schon als Perspektive Gottes beschrieben worden. In der Draufsicht bleibt dem Betrachter nichts verborgen, zoomt er als Fotograf oder Fotografin das Geschehen nur dicht genug an sich heran. Nimmt man dazu den literarischen Part des Titels der Künstlerin, könnte man die visuelle Potenz dieser Perspektive auch mit der Rolle des allwissenden Erzählers im Roman vergleichen“, heißt es in einer Ankündigung der Veranstalter. Und weiter:

„Aber anders als dieser, der in den Kopf seiner Protagonisten kriechen kann, bleibt der Blick von oben nach unten ein rein phänomenologischer, kein psychologischer. Und doch erzählt auch er, gerade in seiner flüchtigen, immer wieder sich verändernden Perspektive aus dem Flugzeug heraus. Als Kurzgeschichte!“

Birgit Streicher sind bei ihrem Unternehmen faszinierende Fotografien von Mooren, Meeren und Feldern, aber auch von städtischen Containerterminals gelungen. Sie erzählen in der Mehrzahl von den komplexen Verhältnissen und Vorgängen zwischen Natur und Kultur.

Zum anderen weisen die Veranstalter auch auf die malerische Qualität von Birgit Streichers Fotografien hin: „Was der Selbstbehauptungswille der Natur und der Kultivierungswille des Menschen aus der Landschaft machen, ist von so vielfältiger Gestalt, dass man unter kunsthistorischen Aspekten daraus eine Genealogie unterschiedlicher Malsprachen entwickeln könnte von der Neuen Sachlichkeit über den Konstruktivismus bis hin zum abstrakten Expressionismus. Aber das ist eher ein reizvoller Nebenaspekt der Aufnahmen von Birgit Streicher und stellt keineswegs den Fokus ihrer Werke, geschweige denn das primäre Anliegen der Künstlerin dar.“

Eröffnung: Freitag, 8. März, von 17 bis 19 Uhr, Auekunst eV, Lange Straße 29 in Liebenau. Auekunst ist immer sonntags von 16 bis 18 Uhr geöffnet. An Feiertagen ist geschlossen.

Zum Artikel

Erstellt:
26. Februar 2019, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 19sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.