Mitarbeiter der Volksbank Aller-Weser tragen in den Geschäftsstellen als Vorsichtsmaßnahme Einweghandschuhe, um sich bei der Auszahlung von Bargeld nicht bei Kunden, die womöglich mit dem Coronavirus infiziert sind, anzustecken. Foto: Schwake

Mitarbeiter der Volksbank Aller-Weser tragen in den Geschäftsstellen als Vorsichtsmaßnahme Einweghandschuhe, um sich bei der Auszahlung von Bargeld nicht bei Kunden, die womöglich mit dem Coronavirus infiziert sind, anzustecken. Foto: Schwake

Landkreis 17.03.2020 Von Sebastian Schwake

Volksbanken schließen etliche Filialen

Coronavirus: Die heimischen Geldinstitute arbeiten nach Notfallplänen

Das Coronavirus beschäftigt auch die heimischen Banken. Die Sparkasse Nienburg, die Volksbank Nienburg, die Volksbank Aller-Weser und die Volksbank Sulingen arbeiten nach Notfallplänen. Die Volksbanken Nienburg und Sulingen schließen von morgen an vorsorglich mehrere Geschäftsstellen.

Die Volksbank Nienburg hat am Montag beschlossen, vorsorglich zwölf ihrer 16 Filialen zu schließen, um handlungsfähig zu bleiben und Mitarbeiter sowie Kunden nicht der Gefahr auszusetzen, dass sie sich mit dem Virus anstecken.

Nicht mehr öffnen werden von morgen an vorerst die Filialen Haßbergen, Holtorf, Landesbergen, Lavelsloh, Leintor, Liebenau, Loccum, Rehburg, Rodewald, Steinhude, Uchte und Warmsen. Das hat Vorstand Markus Strahler mitgeteilt. Geöffnet bleiben die Hauptstelle in Nienburg sowie die Filialen in Steyerberg, Stolzenau und Wunstorf.

„Wir wollen unseren Beitrag leisten, um die Verbreitung des Virus einzudämmen, dafür müssen wir alle versuchen, uns auf das Notwendigste zu beschränken“, sagt er.

Die Bargeldversorgung für Kunden der Volksbank Nienburg ist zu jedem Zeitpunkt sichergestellt, betont er. Die Automaten bleiben weiter in Betrieb. Die Mitarbeiter der betroffenen Filialen sind telefonisch weiterhin erreichbar.

Die Bank hat zudem Abteilungen räumlich getrennt und den Kontakt untereinander stark eingeschränkt. Kunden können ihre Bankgeschäfte weiterhin über die Digitale-Service-Filiale der Bank sowie über Online-Banking tätigen. Die Briefkästen der Bank werden geleert.

Auch die Volksbank-Filiale in Holtorf wird vorübergehend geschlossen. Foto: Schmidetzki

Auch die Volksbank-Filiale in Holtorf wird vorübergehend geschlossen. Foto: Schmidetzki

Die Volksbank Sulingen hat angekündigt, neun Geschäftsstellen zu schließen. Betroffen sind davon nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden Jörn G. Nordenholz die Geschäftsstellen Borstel, Siedenburg, Schwarme, Martfeld, Sudwalde, Schwaförden, Varrel, Rehden und Drebber.

„Die Gesundheit aller hat in der aktuellen Lage die höchste Priorität“, sagt der Volksbank-Vorstandsvorsitzende. Die Berater der betroffenen Filialen sind weiterhin telefonisch zu den regulären Servicezeiten unter den bekannten Telefonnummern erreichbar. Die SB-Bereiche der neun Geschäftsstellen sind geöffnet, damit ist die Bargeldversorgung sichergestellt, so der Vorstandsvorsitzende.

Mit dieser Entscheidung will sich die Volksbank Sulingen dem Aufruf der Bundesregierung nach Solidarität im Umgang mit dem Coronavirus anschließen und ihren Beitrag zur Verlangsamung der Virusausbreitung leisten. Der Bankbetrieb läuft weiter, nur die Kontaktwege ändern sich. Die Volksbank empfiehlt Kunden und Mitgliedern den Kontakt übers Telefon.

Auch das Online-Banking steht rund um die Uhr zur Verfügung. Für die Geschäftsstellen, die geöffnet bleiben, soll der direkte Kundenkontakt möglichst vermieden werden. Zum jetzigen Zeitpunkt steht die Dauer der Maßnahmen noch nicht fest, der aktuelle Plan gilt zunächst bis zum 3. April. Der Vorstandsvorsitzende hat angekündigt, die Situation regelmäßig neu zu bewerten und auf Basis neuer Erkenntnisse entscheiden zu wollen.

Bei der Sparkasse Nienburg bleiben alle Filialen geöffnet. Auch alle Geldautomaten an den 26 Standorten, die von einem externen Anbieter versorgt werden, sind weiterhin am Netz, teilt Sparkassenvorstand Wolfgang Wilke mit. Ziel der Sparkasse ist es, den Geschäftsbetrieb mit kleinen Einschränkungen und die Bargeldversorgung insgesamt weiter aufrecht zu erhalten.

In den Geschäftsstellen sind Schilder mit Hinweisen aufgestellt worden. Diese weisen die Kunden auch darauf hin, dass diese einen entsprechenden Abstand von zwei Metern zu ihrem Berater halten sollten. Zudem sollen die Kunden und Berater zur Begrüßung auf das Händeschütteln verzichten.

„Die Einhaltung der Hygienemaßnahmen ist uns sehr wichtig“, betont Wolfgang Wilke. Seit der Vogelgrippe gibt es in der Sparkasse Notfallpläne, die auch jetzt wieder greifen. Auch bei der Sparkasse gibt es einen Krisenstab, der die Lage fortlaufend bewertet. Im Kundencenter sind vorsorglich Teams gebildet und räumlich voneinander getrennt worden.

Bei der Volksbank Aller-Weser bleiben alle neun Filialen vorerst geöffnet, teilt Pressesprecherin Nicole Brunken mit. Dennoch werden die Kunden gebeten, die Filialen möglichst einzeln zu betreten.

Die Mitarbeiter in den Geschäftsstellen, die Kundenkontakt haben, tragen Einweghandschuhe. Zudem sorgen eigens aufgestellte Stehtische für einen Abstand zwischen Mitarbeitern und Kunden. Vorsorglich hat die Bank einzelne Abteilungen voneinander abgetrennt und auch Mitarbeiter ins Homeoffice geschickt.

Auch die 17 Geldautomaten, die an 15 Standorten stehen, bleiben allesamt in Betrieb. Sieben davon haben auch eine Einzahlfunktion, für Kunden, die Geld einzahlen wollen. Für ältere Kunden und jene, die zur Risikogruppe zählen, bietet die Volksbank Aller-Weser einen Geldbringservice an.

Wer zu dieser Gruppe gehört und Geld für einen Einkauf benötigt, kann Geld über das Kundenservicecenter bestellen. Ein Mitarbeiter bringt das Geld dann ins Haus. Der Geldbote trägt ebenso Handschuhe. Für das Unterzeichnen der Quittung, dass man das Geld erhalten hat, müssen Kunden eigene Kugelschreiber benutzen.

Über das Kundenservicecenter (Telefon/Mail) sowie das Onlineangebot der Bank lassen sich alle Bankgeschäfte uneingeschränkt tätigen, so Nicole Brunken.

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Erstellt:
17. März 2020, 16:21 Uhr
Lesedauer:
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