Am kommenden Wochenende feiert der Heimatverein „Wecheln un ümto“ das 20-jährige Bestehen des Heimathauses. Zabel

Am kommenden Wochenende feiert der Heimatverein „Wecheln un ümto“ das 20-jährige Bestehen des Heimathauses. Zabel

Wechold 05.08.2017 Von Horst Achtermann

Vom Schafstall zum Heimathaus

20 Jahre Heimathaus Wechold: Henry Zabel erzählt, wie alles begann / Am 12. und 13. wird gefeiert

Am kommenden Wochenende feiert der [DATENBANK=878]Heimatverein „Wecheln un ümto“[/DATENBANK] das 20-jährige Bestehen des Heimathauses, entstanden aus einem Schafstall aus dem Jahr 1705 vom Hof Hecht. [DATENBANK=5924]Henry Zabel[/DATENBANK] (83) kennt die Geschichte. Gebürtig in Wechold, führte er 33 Jahre nicht nur den Heimatverein als Vorsitzender, heute Ehrenvorsitzender, sondern gehörte auch dem fünfköpfigen Bauausschuss an, der geplant und tatkräftig angepackt hat. Im Gespräch mit der HARKE am Sonntag berichtet Henry Zabel: „Die fünf Köpfe waren Dachdeckermeister Richard Voss, zuständig für die bauliche Beratung und den Umgang mit den Behörden. Johann (Jan) Schwecke stand uns mit seinen Maschinen und Gerätschaften zur Seite. Dieter Köster (Landmaschinen) und Landwirt Friedel Köster (verstorben) haben sich tatkräftig auf ihre Weise mit eingebracht.“

Henry Zabel war für die Lösung der nicht einfachen finanziellen Fragen zuständig. Viele „Handwerksrentner“ sind ohne zu fragen eingestiegen und haben die Planungen mit vollendet. Hohe Verdienste habe sich Rudi Naussed um das Heimathus erworben. Er hat seine Elektroarbeiten ohne Bezahlung ausgeführt und alles andere dem Heimatverein zu günstigen Großhandelspreisen überlassen.

Zunächst wurde der Schafstall durch Vermittlung von Richard Voss abgebrochen und auf dem Hof Williges Wechold Nr. 14 gelagert. Damit blieb das Gebäude „gegen ganz geringes Entgelt“ in Wechold. 1993 wurde Wechold in die Dorferneuerung aufgenommen. Bürgermeister Dieter Friedrichs gab „lila-grünes Licht“ für das Vorhaben.

„Im Sommer/Herbst im Jahr 1996 haben wir auf dem ehemaligen Grundstück Bösche, die Gemeinde hat es gekauft, die Grundlagen geschaffen. Bäume wurden gefällt und der Acker für das Fundament vorbereitet. Schon vorher hatten ‚Fach & Werk‘ die in der Scheune auf dem Hof Williges lagernden Balken und anderes Zubehör aufgearbeitet und warteten ungeduldig auf den Beginn der Aufbauarbeiten“, so Henry Zabel weiter.

Der Bau mit Grundstückserwerb kostete rund 400.000 Euro. In DM aufgeteilt: 150 000 Gemeinde Hilgermissen, 98.000 Förderung durch die Dorfentwicklung, 50.000 aus dem Bestand des Heimatvereins, rund 100 000 wurden in Eigenleistung eingebracht. Henry Zabel bewundert noch heute die Spendenbereitschaft vieler Leute aus dem Dorf. „Die haben mir Geld zugesteckt. Von 20 DM bis 1.500 Euro von einem Einzelspender, da sind Tausende zusammen gekommen“, so Zabel. Auch vom Landschaftsverband „Weser-Hunte“ mit seinem damaligen Präsidenten Jürgen Stegemann wurde der Heimatverein unterstützt.

„Der Bauausschuss hat segensreich gewirkt, es gab auch unterschiedliche Meinungen, aber wir sind uns immer einig geworden“, betont Zabel rückblickend.

Henry Zabel hat sorgfältig Buch geführt. In 20 Jahren waren rund 50 000 Besucher im Heimathus. Stolz ist er auf 30 bis 40 Frauen, die immer bereit waren, zu helfen. So ist in 20 Jahren nicht nur das Heimathus ein Mittelpunkt in Wechold geworden, sondern auch eine intakte Dorfgemeinschaft sei entstanden. So ist man in „Wecheln un ümto“ gespannt, wenn am Sonntag nach dem Gottesdienst nicht nur die Kolkmusikanten aufspielen, sondern auch Irene Gartz und die noch lebenden Mitglieder des Bauausschusses viel über vergangene Zeiten zu erzählen haben.

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Erstellt:
5. August 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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