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02.10.2018 Von Alan Smithee

Von Bitcoin Gold bis FitLeap – massentaugliche Blockchain

Allein in den vergangenen fünf Monaten sind 500 neue Kryptowährungen hinzugekommen. Geisterten vor nicht einmal fünf Jahren noch lediglich sieben Digitalwährungen auf dem Kryptomarkt herum, bevölkern ihn nun sage und schreibe 2008 (Stand 28. September 2018). Krypto ist in. Während allerdings die einen nach Währungen schürfen und sich dabei nicht selten einer Hard Fork bedienen, sind andere lediglich an der Nutzung der dahinterstehenden Technologie interessiert. Beide Verwertungen zeugen von der Massentauglichkeit der Blockchain.

Abspaltung: Mining für jedermann durch Bitcoin Gold

Nicht jede Gabelung der Blockchain in zwei potenzielle Pfade ist von Erfolg gekrönt. Von den fünf Hard Forks, die Ethereum hinter sich hat, hat nur eine als Ethereum Classic überlebt. Bei Bitcoin hat die Community die erste Abspaltung namens Segwit2x verhindert. Dafür gab es im August 2017 mit Bitcoin Cash das zweite Mitglied der Familie, dem am 12. November 2017 endlich mit Bitcoin Gold das dritte folgte. Zwar müssen sich die Schürfer mit einem veränderten Algorithmus zurechtfinden, dennoch ist die Gold-Variante stark an den Bitcoin-Entwicklungscode (Bitcoin Core) angelehnt. Anders als Bitcoin Cash ist Bitcoin Gold mithin keine wirkliche Konkurrenz, sondern mehr eine Ergänzung der Ursprungswährung. Gleich Ethereum erlaubt Bitcoin Gold aber das einfache Schürfen mit Grafikkarten-Chips, sogenannten GPUs. Einesteils ist damit die Gefahr der Zentralisierung à la Bitcoin Cash gebannt, andernteils vermag durch den Einsatz der GPUs jeder mit einem leidlich leistungsfähigen Computer zu minen.

Nutzen: Zahlungsmöglichkeit in 300 Einzelhandelsgeschäften

Die Alternative zum Mining ist naturgemäß der Kauf. Wer Bitcoin Gold kaufen will, ist mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung im Handumdrehen auf Bitfinex im Geschäft. Mit einer Marktkapitalisierung von 454.850.329 USD rangiert die Kryptowährung aktuell auf Platz 20 der Hitliste. Der Kurs von 26,4983 USD (Stand 30. September 2018 13:32:00) ist zwar von den 409,7000 USD des 52-Wochen-Hochs meilenweit entfernt, ein Plus von 25,4 % im letzten Monat ist aber allemal eine Einladung zum Kauf. In 110 Märkten auf 54 Handelsplattformen misst Bitcoin Gold mit 10 Krypto- und 13 Fiatwährungen seine Kräfte. Und seit Juli 2018 erlaubt die Kooperation mit Paytomat, Bitcoin Gold in über 300 europäischen Einzelhandelsgeschäften als Zahlungsmittel zu verwenden. Neben Bitcoin, Ethereum, Bitcoin Cash, XEM, Litecoin, Dash, Waves, Decred, Nano, ZenCash, CybCSec und Dimecoin ist Bitcoin Gold die 13. Kryptowährung, die von Paytomat unterstützt wird.

Anwendung: Revolution der Fitnessindustrie durch FitLeap

Die Annäherung an die Blockchain könnte unterschiedlicher nicht sein. Die App FitLeap, die nächstens auf den Markt kommt, hat mit dem Schürfen absolut nichts am Hut. Vielmehr nutzt sie die Technologie, um die sportlichen Aktivitäten fälschungssicher zu archivieren. Dazu wird schlicht und einfach ein Fingerabdruck jedes Datenpakets, einerlei ob es sich dabei um absolvierte Schritte oder verbrannte Kalorien handelt, auf der Blockchain abgelegt. Nachdem wie bei der Bitcoin-Blockchain jede neue Transaktion verweigert wird, wenn eine Datenmanipulation im Spiel ist, dient die Blockchain quasi als Beleg für tatsächliche sportliche Aktivität. Neben diesem sogenannten Health Asset wartet FitLeap mit der Möglichkeit einer Anbindung aller gängigen Fitness-Apps auf. Anders ausgedrückt vermag die App ebenso bloß als Add-on zu fungieren, gleichzeitig aber den nötigen Ansporn für das Training zu liefern. Um eine dApp handelt es sich bei FitLeap darob noch lange nicht. Vielmehr ist sie als native iOS- und Android-App angelegt, die die Handhabung wie Überprüfung der Gesundheits- und Aktivitätsdaten der Blockchain-Technologie überlässt.

Interesse: AOK Nordost möglicher Verwerter

Die FitLeap Token dienen nicht der Finanzierung der App, sondern winken den Nutzern bei entsprechender körperlicher Aktivität. Sie sind auf dem FitLeap Marketplace einlösbar. Heißt im Klartext, dass mit den FitLeap Token die auf dem Marketplace feilgebotenen Produkte um ein Bedeutendes günstiger zu haben sind als im regulären Handel. Neben dem Marketplace ist die App eine Einnahmequelle. Vor allem sollte aber durch B2B der Rubel rollen.

Im Visier sind Krankenkassen wie die AOK Nordost. An ihnen ist es, Jahr für Jahr Millionen in die Prävention zu stecken. Im Schnitt fallen für jeden Neukunden über 1.000 EUR an. Gesundheitsdaten von Drittanbietern zu beziehen ist aus rechtlichen Gründen allerdings unmöglich. FitLeap könnte hier Abhilfe schaffen, indem jedem App-Nutzer die Möglichkeit eingeräumt wird, selbst über die Weitergabe seiner Daten zur Rabattierung der monatlichen Krankenkassenbeiträge zu entscheiden. Nachdem FitLeap durch die Blockchain-Technologie zu keiner Zeit Zugriff auf die Daten des Nutzers hat, könnte die Rechnung aufgehen. Dass die AOK Nordost aufgeschlossen für neue Ideen ist, hat sie bereits 2015 bewiesen. Als erste Krankenkasse hat sie damals den Kauf elektronischer Fitnessmesser bezuschusst. Mit dem AOK-Gesundheitskonto seien beim Kauf dieser Wearables bis zu 50 EUR, aber nicht mehr als 50 Prozent des Anschaffungspreises als Zuschuss drin, beteuerte die Krankenkasse seinerzeit.

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Erstellt:
2. Oktober 2018, 11:49 Uhr
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