Referent Filip Kaźmierczak (stehend), Islamwissenschaftler, Übersetzer und Dolmetscher, bei seinem Vortrag mit Sprachmittlern des Landkreises Nienburg. Foto: Landkreis Nienburg

Referent Filip Kaźmierczak (stehend), Islamwissenschaftler, Übersetzer und Dolmetscher, bei seinem Vortrag mit Sprachmittlern des Landkreises Nienburg. Foto: Landkreis Nienburg

Landkreis 05.01.2020 Von Die Harke

Von Farsi bis Kurdisch

Fortbildungen für Sprachmittlerinnen und Sprachmittler

Der Landkreis Nienburg hatte im Rahmen seines Sprachmittlerprojektes erneut eine qualifizierende Fortbildung von Sprachmittlerinnen und Sprachmittlern angeboten.

Die Teilnehmenden bearbeiteten unter Anleitung des Referenten Filip Kazmierczak von der Gesellschaft für Dolmetschmentoring aus Berlin verschiedene Besonderheiten der Sprachmittlung. Die Frauen und Männer mit Muttersprachen wie Farsi, Dari, Kurdisch, Serbokroatisch, Polnisch, Türkisch und Arabisch nutzten die Gelegenheit, mehr über die vielfältigen Aspekte der Sprachmittlung zu erfahren, aber auch auf grundlegende Regeln wie Verschwiegenheit, Neutralität, Selbstschutz und vieles mehr wurde eingegangen.

Referent Filip Kazmierczak brachte den Teilnehmenden insbesondere die Grundthemen wie Dolmetschethik, Dolmetschrolle sowie Dolmetschtechnik näher und gestaltete den Seminartag mit verschiedenen Aufgabenstellungen und Rollenspielen sehr unterhaltsam und lehrreich. Die Sprachmittlerinnen und Sprachmittler analysierten und reflektierten dabei unter anderem anhand verschiedener Fallbeispiele das eigene Verhalten in Dolmetschsituationen.

100 ehrenamtliche Sprachmittler im Einsatz

Alle Teilnehmenden waren sich über eine gelungene Veranstaltung einig und wünschen sich unbedingt weitere Fortbildungen dieser Art, beispielsweise zu den Themen „Umgang mit traumatisierten Personen/Kindern“ oder „Übersetzungen bei Behörden“. Laut Tanja Walter sind weitere Veranstaltungen bereits in Planung.

Für den Landkreis Nienburg sind zurzeit rund 100 ehrenamtliche Sprachmittler in vielen unterschiedlichen Sprachen im Einsatz. Sie sind migrationserfahren und leben bereits seit längerer Zeit in Deutschland. Mit ihren Sprachkenntnissen und kulturellen Erfahrungen tragen sie bei Gesprächen in sozialen und gesundheitlichen Einrichtungen oder in Behörden dazu bei, Missverständnisse zu vermeiden oder Konflikte klären zu können. Für ihre Tätigkeit erhalten Sprachmittlerinnen und -mittler von der anfordernden Stelle eine Aufwandsentschädigung in Höhe von zwölf Euro je angefangene Stunde. Auch Fahrtkosten werden zu einem bestimmten Satz erstattet.

Wer sich für eine ehrenamtliche Tätigkeit als Sprachmittler interessiert, kann sich unter Telefon (0 50 21) 96 76 08 bei Tanja Walter melden. Besonders gefragt sind derzeit die Sprachen Kurdisch, Farsi, Dari, Arabisch sowie Rumänisch. Bei ihr können die Mittler auch angefragt werden.

Weitere umfassende Informationen können unter www.lk-nienburg.de entnommen werden.

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Erstellt:
5. Januar 2020, 10:50 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 59sec

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