Stefan Schwiersch DH

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Kolumnen 16.09.2017 Von Stefan Schwiersch

Von Legenden und Legionären

Outet man sich eigentlich als komplett materialistisch orientierter Mensch, wenn man an dieser Stelle regelmäßig über Geld, Lottogewinne und Porschebestellungen schreibt? Vielleicht liegt‘s auch daran, dass sich diese Welt sehr materialistisch präsentiert. Und noch mehr die Sportwelt. Siehe das jüngste Transferfenster, in dem nicht die Spieler in den Vordergrund rückten, sondern die Summen, die zwischen Dubai und Dortmund verschoben wurden. Nun könnte man spotten: Der Kreis Nienburg bleibt angesichts der Qualität seiner Spieler von höheren Wechselsummen verschont. Das wäre aber äußerst despektierlich, schließlich prägen bei uns auf dem flachen Lande reine Amateurvereine die Fußballszene und nicht etwa Profiklubs mit angehängten Nachwuchsleistungszentren. Und Scheichs gibt‘s hier auch nicht.

Der Durchschnittsfußballer im Kreis Nienburg kassiert bestenfalls die Auslagen für seine Fußballschuhe, einige wenige Klubs leisten sich den wenig nachhaltigen Luxus, ihre Wunschspieler neben Konzepten auch mit Knatze zu ködern. Ab und an verdient ein Spieler sogar ein festes Gehalt von rund 250 Euro monatlich, wenn er wie im Falle des ASCers J[DATENBANK=5966]an Rieckhof[/DATENBANK] mit einem Amateurvertrag ausgestattet wird; kein Vorwurf an den Spieler, der ja bisher mit guten Leistungen auch einen gewissen Gegenwert geliefert hat.

250 Euro, ein Sandkorn auf der Gehaltsabrechnung mancher Profis. Die Internet-Plattform hellotickets.de hat jetzt Zahlen über deutsche Sportler in den USA präsentiert. Bestverdiener ist dort seit Neuestem Basketballer Dennis Schröder mit nunmehr 15,5 Millionen Euro jährlich. Auf Rang zwei folgt Eishockeyprofi Leon Draiseitl, dessen Dienste die Edmonton Oilers mit neun Millionen Euro vergüten. Bastian Schweinsteiger tröstet sich in Chicago als Dritter mit 5,4 Millionen Euro.

In dieser Runde vermisst man Dirk Nowitzki, der in der Saison 2016/17 noch mit 25 Millionen zu den Topverdienern der NBA gehörte, sich aktuell aber mit 5,4 Millionen begnügt – um Klub-Besitzer Mark Cuban größere Möglichkeiten zu lassen, ins Team zu investieren. Nowitzki kann es verschmerzen, seit seinem Debüt in Dallas verdiente er rund 240 Millionen Gehalt. Und doch tragen gerade solche Maßnahmen zu Nowitzkis Legendenbildung bei.

Obwohl: Der Status der Legende hat rein gar nichts mit Geld und Gehalt zu tun. [DATENBANK=1594]Kai Bredemeyer[/DATENBANK] in Uchte, Rouven Meier in Kreuzkrug, Arne Boswyk in Oyle, Fynn Herbst in Marklohe. André Engelmann in Drakenburg, Bastian Blome in Liebenau, Martin Bauerschäfer in Rehburg: Leute dieses Kalibers verkörpern auf unserer Amateur-ebene den gleichen Typus.

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Erstellt:
16. September 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 12sec

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