Die Historische Gesellschaft Nienburg hat in diesem Jahr viel vor. Foto: Historische Gesellschaft

Die Historische Gesellschaft Nienburg hat in diesem Jahr viel vor. Foto: Historische Gesellschaft

Nienburg 05.02.2020 Von Die Harke

Von Thing- und Weihestätten

Historische Gesellschaft stellt Jahresprogramm für 2020 vor

Wie bisher in jedem Jahr seit ihrer Gründung 2006, in denen vielfältige Veranstaltungen und Vorträge durchgeführt wurden, möchte die Historische Gesellschaft ihren neuen Programmflyer 2020 mit einer abwechslungsreichen Auswahl an Aktivitäten vorstellen.

Die Beschäftigung mit der Geschichte der Stadt Nienburg und der Region soll durch die Historische Gesellschaft gefördert werden, denn nur die Kenntnis über geschichtliche Zusammenhänge und die Wechselwirkungen von Vergangenheit und Zukunft kann die Identität der Stadt und ihrer interessierten Bürger sowie ihre gesellschaftliche Verantwortung auch im Hinblick auf die Zukunft gestärkt werden.

Alle Veranstaltungen sind öffentlich und können – bis auf die Exkursionen – kostenlos besucht werden.

Nach der Jahreshauptversammlung am Dienstag, 18. Februar, mit den üblichen Regularien und der Vorstellung des Jahresflyers sowie der Möglichkeit zu Anregungen und Fragen findet am Dienstag, 31. März, ein Vortrag von Rainer Schomann über Freilichtbühnen, Thing- und Weihestätten als denkmalpflegerisches Thema statt. Hier werden wirkliche wie vermeintlich historische Versammlungsplätze der Germanen wie der Sachsenhain in Verden, die Freilichtbühne Marklohe und andere vorgestellt.

Die nächste Veranstaltung mit direktem Bezug zu Nienburg ist am Dienstag, 28. April, im Quaet-Faslem-Haus der Vortrag von Thomas Seggermann unter dem Titel „Die unterirdische Nienburger Altstadt: Keller, Schächte und Gänge“.

Hier überlappen sich Forschungs- und Interessengebiete der Archäologie und der Bauforschung im Hinblick auf historische Bausubstanz unter der Erdoberfläche, mit Beispielen einiger Nienburger Keller, die deutlich älter sind als die ältesten oberirdischen Gebäude.

Am Sonntag, 10. Mai, findet unter der Leitung von Fietze Koop und Klaus Lünstedt die erste Exkursion in Form einer Halbtagesfahrt mit Radtour nach Anderten zum Gutshof Hämelsee statt. Anderten, historisch 1230 bereits urkundlich erwähnt, liegt strategisch günstig an mehreren Handelswegen wie der Via Regia und dem Heswech und machte deshalb den Ort als Zwischenstation für Händler und als Zollstelle interessant.

Am Dienstag, 9. Juni, berichtet Prof. Dr. Karl-Heinz Schneider im Quaet-Faslem-Haus über das Datum 3. Juni 1803 – den Tag, an dem die Neuzeit begann, jene Epoche, die bis heute das Leben auch hier in Nienburg prägt.

Dies begann mit dem Einmarsch französischer Truppen in das Weserstädtchen. Vieles stürmte von da an auf die Menschen ein, erst kamen die Franzosen, dann die Preußen, dann wieder die Franzosen, die Belastung militärischer Besatzung, die Rolle als Teil einmal des Königreich Westphalens, dann des französischen Kaiserreiches.

Der Abbau der Festungsanlagen, die Bereitstellung von Soldaten, Lieferung von Fourage und Kriegstätigkeit prägte das Leben in der Stadt. In diesem Vortrag sollen nicht nur die Ereignisse und Entwicklungen vorgestellt, sondern die Ereignisse in einen breiteren Kontext eingeordnet werden.

Am Dienstag, 7. Juli, wird Elfriede Hornecker im Quaet-Faslem-Haus über den Folcwech zwischen Weser und Hunte berichten, diese norddeutsche Hauptstraße seit der Bronzezeit, einer der ältesten Heer- und Handelswege und seine Bedeutung für die kulturelle und historische Entwicklung des norddeutschen Raumes. Am Samstag, 9. August, ist vorgesehen, das zweite Sommerfest der Historischen Gesellschaft im Zeichensaal und Garten des Quaet-Faslem-Hauses zu veranstalten.

Am 22. Septemberfindet um 19 Uhr im Quaet-Faslem-Haus eine weitere Veranstaltung mit dem Referenten Detlev Kummer unter dem Titel „Nienburg boomt – Industrialisierung und Stadtgesellschaft im 19. Jahrhundert“ statt.

Am 4. Oktober schließt sich die nächste Exkursion an, diesmal ganztags. Diese wird die Gäste nach Königslutter zum bekannten Kaiserdom führen, der wegweisend für die Entwicklung der romanischen Architektur und Bauskulptur der Region war.

Am 17. November wird um 19 Uhr im Quaet-Faslem-Haus Prof. Dr. Hans Otte zum Thema „Reformen vor der Reformation. Die Klöster und die Klosterlandschaft rund um Nienburg“ zu Gast sein.

Die letzte Veranstaltung des Jahres wird am Sonntag, 6. Dezember im Café im Hotel am Posthof stattfinden. Der Titel ist Thema an diesem Nachmittag um 15 Uhr, nämlich „Meine Bücher, meine Texte“ – ein literarischer Rückblick auf 2020.

Hier hat jeder Gast die Möglichkeit, seinen Schatz des Jahres selbst vorzustellen oder vorlesen zu lassen. Texte, die berührt, Menschen zum Lachen gebracht oder sprachlich fasziniert haben, nicht nur Neuerscheinungen, sondern auch Wiederentdecktes können zu Gehör gebracht werden.

www.historische-nienburg.de

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Erstellt:
5. Februar 2020, 10:27 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 05sec

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