24.02.2013

Von der Arbeitsagentur verordnet

„Ensemble Weltkritik“ am 9. März im Kulturwerk Nienburg

Kleinkunst der besonderen Art macht das Leipziger „Ensemble Weltkritik“ am Samstag, 9. März, um 20 Uhr im Nienburger Kulturwerk. Bettina Prokert und Maxim-Alexander Hofmann schlüpfen in die Rollen der erwerbslosen Akademiker Silke Sumpf-Pretzsch und Thomas Lühmlich. Von ihrem zuständigen Sachbearbeiter der Arbeitsagentur erhalten sie die Vorgabe, auf der Bühne Lieder zu singen und derbe Sketche zu spielen. Nun sind sie also dort angekommen, wo sie nie hin wollten: Auf der Kleinkunstbühne. Das traurige Resultat ist ein lustiges Kabarettprogramm mit allem was dazu gehört: parodistische Lieder, Wortakrobatik und lustige Verkleidungen. So kämpfen sie sich durch den Abend und müssen am Ende irritiert feststellen, dass ihre Arbeit Spaß macht. Zumindest dem Publikum. Die Figur Silke Sumpf-Pretzsch war nie wirklich lustig. Schon als Mitglied des Mädchenchors „Die Blasewitzer Röhrdommeln“ bevorzugte sie schleppende Lieder in Moll. Auch nach Beendigung ihrer äußerst ernsthaft betriebenen akademischen Studien gab es für sie aus zukunftsperspektivischer Sicht kaum einen Grund zu Lachen. Nach ihrer Einstufung als Langzeithumorlose bemühte sie sich um zahlreiche Heiterbildungsmaßnahmen. Mit mäßigem Erfolg. Erst die vom Arbeitsamt verordnete Umschulung zur Fachkraft im Bereich Kleinkunst/Kabarett/Ulk brachte die entscheidende Wende und machte sie zur professionellen Rampensau. Auch ihr Kollege Thomas Lühmlich hatte es nie leicht. Bereits im Alter von fünf Jahren zwangen ihn seine Eltern, das Klavierspiel zu erlernen. Musik hat ihn nie interessiert, dennoch konnte der musikalische Übungsleiter eine gewisse Begabung verorten. Neben der musikalischen Unterweisung hat Thomas Lühmlich besonders unter der Rollenarbeit für die Sketche und die lustigen Sprechszenen gelitten. Das „Ensemble Weltkritik“ existiert seit 2006 und gewann für dieses Programm u.a. den Ostdeutschen Kabarettpreis „Cabinet“ 2007 sowie den Bielefelder Kabarettpreis 2008. Weitere Informationen im Nienburger Kulturwerk, Telefon (0 50 21) 9 22 58-0, E-Mail info@nienburger-kulturwerk.de oder im Internet unter www.nienburger-kulturwerk.de.

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Erstellt:
24. Februar 2013, 00:00 Uhr
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