25.11.2012

Von der Kita zum Familienzentrum

Samtgemeinde Grafschaft Hoya hat mit der „Arche Noah“ ein Zeichen gesetzt / Pilotprojekt

Von Horst Achtermann

Hoya. Der Kindergarten „Arche Noah“ begann mit seinem Wirken 1968 in der Kirchstraße im damaligen Gemeindehaus. Seit 2008 ist der Kindergarten in einem neuen Gebäude an der Rudolf-Harbig-Straße untergebracht. Aus einer Kindertagesstätte (Kita) wird in 2013 in Zusammenarbeit mit der Samtgemeinde Grafschaft Hoya ein Familienzentrum. „Es ist das erste Pilotprojekt dieser Art im Landkreis“, bestätigt Pastor Andreas Ruh, die Kindertagesstätte ist in der Trägerschaft der Kirche. „Arche Noah“ in Hoya ist im Kirchenkreis Syke/Hoya die größte Kita.

„Veränderte Familienstrukturen, eine kulturelle Vielfalt und Veränderungen in der Arbeitswelt haben auch die Anforderungen innerhalb unserer Einrichtung verändert und stellen uns immer wieder vor Herausforderungen, denen man so nicht mehr gerecht werden kann“, erläutert Kitaleiterin Heike Teichmann. Von den 112 Kindern im Alter zwischen drei und sechs Jahren kommen 35 Prozent aus Migrantenfamilien und 30 Prozent aus Hartz IV-Familien. „Die verstärkte Nachfrage und das Einbinden von Unterstützungsangeboten sid mittlerweile fester Bestandteil in unserer Arbeit. Unterstützt durch Fördermittel aus einem Bundesprogramm werden Eltern und Kinder aus diesem Kreis mit vier Stunden am Tag sprachlich gefördert“, so Teichmann. In ihren Augen ein rechtzeitig erkannter Vorausblick, denn immer mehr Kinder benötigten professionelle Unterstützung in einzelnen Entwicklungsbereichen, wie Logopädie, Ergotherapie oder auch Frühförderung. Es gebe bereits Vernetzungen mit weiterführenden Einrichtungen, wie Lebenshilfe, Gesundheitsamt, Trägern der freien Kinder- und Jugendhilfe, Erziehungsberatungsstellen.

Die Kita „Arche Noah“ will die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern ausbauen, um die besonderen Bedarfe einzelner Familien zu erkennen und adäquat angemessene Hilfen anzubieten. „Hier arbeiten wir eng mit der sozialpädagogischen Familienhilfe zusammen, welche bei Erfordernis vom allgemeinen sozialen Dienst des Landkreises Nienburg eingesetzt wird. Das Familienzentrum soll ein Netzwerk, eine Anlaufstelle für Familien mit Beratungsangeboten für alle Eltern werden. Fester Bestandteil ist ein Elterncafé. Es besteht bei uns bereits seit über zwei Jahren, hier finden themenorientierte Treffpunkte in regelmäßigen Abständen statt“, sagt Heike Teichmann. Der Focus liege nicht nur auf dem einzelnen Kind, sonder immer auch auf der ganzen Familie. Das Konzept des Familienzentrums basiere auf den fünf Säulen Betreuung, Beratung, Begegnung, Bildung und Gesundheit, so die Kitaleiterin.

Eine weitere Bereicherung für die Kita werde die im Sommer 2013 in Betrieb gehende Krippenbereuung sein, welche ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Samtgemeinde Grafschaft Hoya entsteht. „Für ein tolerantes christliches Menschenbild werden frühzeitig Leitbilder entwickelt“, sagt Pastor Andreas Ruh.

Der 500 Quadratmeter große Anbau mit Küche, vergrößerter Caféteria, Beratungsräumlichkeiten, einer großen Bewegungshalle und einer Krippe für 15 Kinder wird etwa 900 000 Euro kosten, so Britta Grohs aus der Verwaltung.

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Erstellt:
25. November 2012, 00:00 Uhr
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