Nienburgs frauenORT ist Susanna Abraham. Foto: Susanna Abraham

Nienburgs frauenORT ist Susanna Abraham. Foto: Susanna Abraham

Landkreis 08.08.2020 Von Die Harke

Von frauenORT zu frauenORT

Gleichstellungsbeauftragte laden ein: Mit dem Rad niedersächsische Frauengeschichte erkunden

Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Nienburg, Petra Bauer, macht gemeinsam mit ihren Kolleginnen aus den Landkreisen Holzminden, Hameln-Pyrmont und Schaumburg auf die frauenORTE entlang der Weser aufmerksam, zu dem auch Nienburg gehört.

Allen Niedersachsenurlauberinnen und Urlaubern, die gern mit dem Rad unterwegs sind, möchte Bauer die neue Broschüre „Auf den Spuren bedeutender Frauen“ vom Landesfrauenrat Niedersachsen e.V. für das Reisegepäck empfehlen. Die Broschüre bietet Einblicke in die Vielfalt niedersächsischer Frauengeschichte und lädt ein, auf beliebten Fernradwegen von frauenORT zu frauenORT zu radeln. So befinden sich allein entlang der Weser von Hannoversch-Münden bis Verden fünf frauenORTE.

„Der Landesfrauenrat Niedersachsen, frauenpolitisches Netzwerk und überparteilicher Dachverband mit über 60 Mitgliedsorganisationen, hat die Broschüre anlässlich seines diesjährigen 50-jährigen Jubiläums herausgegeben“, teilt Bauer mit.

Insgesamt werden in der Broschüre 42 Frauenpersönlichkeiten vorgestellt, die durch ihr Wirken in Politik, Wissenschaft, Kunst und Kultur sowie weiteren Handlungsfeldern niedersächsische Geschichte mitgestaltet haben.

Auf eigens entwickelten Gästeführungen erfahren geschichts- und kulturinteressierte Menschen mehr über das Leben und Wirken dieser oft noch unbekannten Frauen. Die Broschüre informiert über Buchungsmöglichkeiten und hält Tipps zu weiteren touristischen Zielen an den jeweiligen Standorten bereit.

„Eine ideale Tourenbegleitung für alle, die Urlaub zuhause machen wollen und trotzdem mit dem Rad oder zu Fuß Neues und bislang Unbekanntes entdecken wollen“, so Antje Peters, Geschäftsführerin des Landesfrauenrates Niedersachsen.

„Ob Wochenendtrip oder mehrtägige Radtour; aus den insgesamt 17 Routenvorschlägen, auch nach Sachsen-Anhalt und Brandenburg, kann sich jede interessierte Person ein individuelles Programm zusammenstellen“, so Heidi Linder, Projektkoordinatorin der Initiative frauenORTE Niedersachsen.

Gemeinsam mit Bauer legt Lindner besonders die frauenORTE entlang des Weserradweges Radlerinnen und Radlern ans Herz. Er führt ohne große Steigungen auf 520 Kilometern vom Weserbergland bis zur Nordsee und liegt in der Radreiseanalyse des ADFC 2019 erstmals auf dem 1. Rang und ist somit der beliebteste Radfernweg der Deutschen.

Beginnend in Hann. Münden, mit dem frauenORT Herzogin Elisabeth im Welfenschloss geht es weiter nach Bevern. Dort kann im Weserrenaissance-Schloss die Dauerausstellung zum frauen-ORT Paula Tobias besucht werden. Weitere Stationen sind Nienburg mit dem frauenORT Susanna Abraham und Verden mit dem frauenORT für Anita Augspurg, einer Kämpferin für das Frau-enwahlrecht.

Die Broschüre kann per E-Mail unter gleichstellungsbeauftragte@kreis-ni.de angefordert werden. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises.

Nienburgs frauenORT ist Susanna Abraham

Nienburgs frauenORT ist die Kauffrau Susanna Abraham, geboren um 1746, gestorben im Jahr 1821. Ab 1792 entwickelte die jüdische Witwe ihren Ellenwarenhandel zu einem „der ersten hiesigen Handelshäuser“. Beinahe 30 Jahre lang bis zu ihrem Tod musste sie sich der männlichen christlichen Konkurrenz erwehren, die ihren Handel klein halten und einschränken wollte.

Ihr starkes Engagement in der jüdischen Gemeinde war von zentraler Bedeutung, ihre Stiftung die umfangreichste. Sie ermöglichte den Bau einer Synagoge, und in ihrem Wohnhaus wurde eine Schule eingerichtet. In der Reichspogromnacht 1938 wurde die Synagoge zerstört. Susanna Abrahams Wohnhaus ist noch im Stadtbild erhalten. Ein Foto von Susanna Abraham gibt es nicht.

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Erstellt:
8. August 2020, 18:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 32sec

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