Arne Hildebrandt DH

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Guten Tag 21.10.2018 Von Arne Hildebrandt

Von wegen Blaue Plakette

Ob er auch die Blaue Plakette bekommt? „Die gibt´s noch nicht. Aber wenn, dann bekommt er sie ganz bestimmt“, versicherte mir mein Autoverkäufer im vergangenen Jahr. Er hatte sich getäuscht. Von wegen abgasarmer Diesel trotz Euro-6-Norm. Letzte Woche bekam mein Wagen ein Software-Update für den Dieselmotor. „Ohne diese Aktualisierung kann eine behördliche Stilllegung nach § 5 FZV erfolgen“, schrieb mir der Hersteller, die Daimler AG. Das Kraftfahrt-Bundesamt hatte die Rückrufaktion angeordnet. Erst jetzt weist mein Diesel Abgaswerte auf, die er eigentlich von Beginn an haben sollte. „Es freut uns sehr, dass Sie uns mit dem Kauf Ihres Merces-Benz Ihr Vertrauen entgegengebracht haben“, leitete Daimler das Schreiben ein. Dieses Vertrauen ist nun angeknackst. „Der offizielle Bescheid zu diesem Rückruf sieht vor, dass Daimler damit spezifische Kalibrierungen der Motorsteuerung verändert, die das Kraftfahrt-Bundesamt als unzulässig einstuft“, heißt es weiter. Mit anderen Worten: Da wurde betrogen.

Daimler entschuldigt sich „für die entstehenden Unannehmlichkeiten in aller Form“. Daimler versichert, dass mein Wagen nicht mehr verbrauchen wird. Höchstens der Verbrauch des Zusatzstoffes AdBlue könnte sich erhöhen, aber das hänge von der Fahrweise ab.

Ich bin noch gut weggekommen. Leid tun mir alle Dieselfahrer, die wegen Fahrverboten wirklich angeschmiert sind. Als mein Wagen vor drei Jahren auf den Markt kam, war der VW-Dieselskandal ganz frisch. Mein Autoverkäufer triumphierte damals: „Bei uns wird nicht gemogelt.“ Ich gehe davon aus, dass er es nicht besser wusste. Heute sind wir schlauer.

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Erstellt:
21. Oktober 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 46sec

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