Das erst sechs Wochen alte Katzenbaby Klara hat die schwere Operation gut überstanden. Glückskatzen-Tierhilfe Rodewald

Das erst sechs Wochen alte Katzenbaby Klara hat die schwere Operation gut überstanden. Glückskatzen-Tierhilfe Rodewald

Rodewald 01.12.2018 Von Die Harke

Vor Klara liegt noch ein langer Weg

Katzenbaby angefahren und einfach liegengelassen / Rodewalds Tierschützer appellieren: Kümmern kostet nichts

Es ist und bleibt wohl die häufigste Todesursache bei Freigängerkatzen: der Autounfall. Der Fahrer kann in den meisten Fällen gar nichts dafür. Wenn eine Katze panisch einfach losrennt, hat der Autofahrer in der Regel nicht die Chance, rechtzeitig zu bremsen. Was jedoch jeder Autofahrer tun kann und auch tun sollte, ist sofort auszusteigen und nach dem angefahrenen Tier zu sehen. „Er muss sich unverzüglich informieren, ob die Katze oder auch ein anderes Tier verletzt ist. Sollte dies der Fall sein, sollte der Fahrer das Tier sofort zum nächsten Tierarzt bringen oder diesen anrufen, damit er an die Unfallstelle kommen kann“, so der Verein Glückskatzen – Tierhilfe in Rodewald in einer Mitteilung.

Die Tierarztkosten übernimmt die zuständige Gemeinde, sobald das Tier als Fundtier dort oder bei der Polizei angemeldet wurde. Die Gemeinde wird dann versuchen einen Halter ausfindig zu machen.

Entgegen der Befürchtung vieler Autofahrer entstehen dem Finder so keinerlei Kosten, schreibt der Verein weiter: „Also bitte: Keine Angst davor einem Tier zu helfen – es kostet Dich nichts – dem Tier kostet es das Leben, wenn ihm nicht geholfen wird.“

Sollte die Verbringung zum Tierarzt aus irgendwelchen Gründen nicht möglich sein, bitten die Tierschützer, die Polizei anrufen. Diese wird sich dann, ebenfalls kostenfrei für den Finder, um den weiteren Verlauf kümmern.

„In unserem Fall hat es die kleine Klara erwischt“, sagt Birgit Schneider, 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Glückskatzen in Rodewald. „Sie ist wohl von einem Fahrzeug erfasst worden und dabei ist ihr Becken gebrochen. Sie konnte überhaupt nicht mehr laufen. Sie lag auf der Seite oder hat versucht, mit gespreizten Beinen vorwärts zu robben. Die Beinchen haben sie nicht getragen“. Hinzu kommt ein komplizierter Bauchdeckenbruch. Die Bauchorgane drücken durch eine Bruchlücke aus der Bauchwand. „So eine Verletzung ist auch nach der Operation bei so jungen Katzen wie Klara sehr heikel. Da sie noch sehr viel und schnell wächst, kann der Bruch immer wieder aufreißen.“

„Klara war trotz ihrer schweren Verletzungen so tapfer, aufgeschlossen und neugierig, dass wir eine Operation einfach versuchen mussten. Die Alternative war das Einschläfern.“ So ist die kleine Katze nun seit Mitte November operiert und erholt sich gut.

„Ihre Pflegemama ist zum Glück vom Fach und aktuell in der Fortbildung zur Physiotherapeutin für Tiere – sonst hätten wir die notwendige Therapie gar nicht leisten können. Mit viel Zuwendung und vorsichtiger Bewegung geht es jeden Tag ein winzig kleines Stück besser“.

Dennoch liegt noch ein langer Weg vor der erst sechs Wochen alten Klara und ihren Betreuerinnen, der noch viel Zeit und Geld kosten wird. Verbunden mit dem Appell an alle Autofahrer, sich nach einem Unfall mit einem Tier sofort in irgendeiner Form um dieses zu kümmern, bittet der Verein Glückskatzen-Tierhilfe in Rodewald um eine Spende für Klara und die vielen anderen (Unfall-) Opfer, die der Verein zu betreuen hat.

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Erstellt:
1. Dezember 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 36sec

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