Vorsitzende blickt zurück

Vorsitzende blickt zurück

Landesbergens DRK-Vorsitzende Luise Könemann. Foto: DRK Landesbergen

Eigentlich wollte das DRK Landesbergen an diesem Wochenende sein Jubiläum feiern: Vor 50 Jahren wurde der Ortsverein, heute nach eigenen Angaben einer der aktivsten im Kreisverband Nienburg, aus der Taufe gehoben. Doch wegen der Corona-Krise wird die Feier verschoben.

Luise Könemann ist das, was man gemeinhin als „Urgestein“ bezeichnet: Die Vorsitzende ist nicht nur seit 24 Jahren „erste Frau“ beim DRK Landesbergen. Sie gehörte schon dem Gründungsvorstand an; damals als Schriftführerin und Kassenwartin. Aus heutiger Sicht ungewöhnlich, dass ein junger Mensch von 21 Jahren sich für ein Vorstandsamt begeistern lässt. „Aber unsere damalige Vorsitzende, Herta Prieß, hat mich überzeugt“, erzählt die Seniorin.

Bereut habe sie ihren Schritt nie, im Gegenteil: 1996 übernahm Luise Könemann das Amt der Vorsitzenden in dem schon damals ausgesprochen aktiven Verein. „Schon seit 1971, ein Jahr nach Gründung des Ortsvereins, haben wir hier die Bereitschaft. Und 1972 kam das Jugendrotkreuz dazu.“ Ebenfalls kurz nach der Gründung hatte der Verein seine erste Bewährungsprobe zu bestehen, erinnert sich Luise Könemann: „Damals kam es zu dem schweren Unglück am Wehr in Landesbergen. Es gab Verletzte und Tote. Da waren wir im Einsatz.“

DRK Landesbergen aktiv in der Flüchtlingshilfe

Das DRK Landesbergen half Flüchtlingen aus der ehemaligen DDR ebenso wie den Flüchtenden aus Syrien, die 2015 in den Landkreis Nienburg kamen. Auf breiten Widerhall in der Lokalpresse stieß eine groß angelegte Aktion, mit der der Ortsverein 2001 aus einem ehemals landwirtschaftlich genutzten Gebäude in Eigenleistung eine Art Vereinszentrale schuf; komplett mit Schulungsräumen, Platz für die Fahrzeuge und einer Küche. „Wir sind aktiv. Wir kümmern uns“, sagt Luise Könemann stolz.

Viele Ausflüge, regelmäßige Treffen, Informationsveranstaltungen und zwei Gruppen für Seniorengymnastik machen den Ortsverein gerade für ältere Menschen zu einem wichtigen Teil des sozialen Lebens in Landesbergen – im Normalfall wenigstens. Doch solche Aktionen finden wegen der Corona-Krise vorläufig nicht mehr statt. Auch die eigentlich für den kommenden Sonnabend geplante Jubiläumsfeier ist aus diesem Grund abgesagt, soll aber nachgeholt werden. „Vielleicht“, hofft Luise Könemann, „im September, nach den Ferien, falls dann wieder mehr Normalität herrscht.“

Eine große Feier wie beim 40-Jährigen vor zehn Jahren mit viel Prominenz und Größen aus Politik und Verwaltung soll es aber ohnehin nicht geben: „Das finden wir unpassend“, sagt die Vorsitzende: „Wir sind für unsere Arbeit ja auf Spenden angewiesen. Da ist es nicht gut, wenn wir ein teures Fest veranstalten.“