TKW-Kämpferin Sabina Andreesen holte bei der WM den Vizemeistertitel ihrer Alters- und Gewichtsklasse.

TKW-Kämpferin Sabina Andreesen holte bei der WM den Vizemeistertitel ihrer Alters- und Gewichtsklasse.

01.12.2013

WM-Vizetitel für Sabina Andreesen

Ju-Jutsu: Das Eigengewächs des TKW Nienburg verliert im Finale nach starkem Beginn den Faden

Bukarest. Bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Ju-Jutsu hat sich Sabina Andreesen im rumänischen Bukarest den zweiten Platz in der U18 bis 48 Kilogramm gesichert. „Nach den enttäuschenden German Open lieferte Sabina jetzt eine starke Leistung ab und sicherte sich die Silbermedaille“, berichtete Norbert Schmied, ihr Trainer vom TKW Nienburg. Bei der WM waren 25 Nationen vertreten, bereits am Freitag wurde mit den ersten Kämpfen begonnen. Um alle Gewichts- und Altersklassen durchkämpfen zu können in der U18 und U21 wurde das komplette Wochenende benötigt.

Der Transfer über Hamburg via Paris erwies sich als ziemlich anstrengend für die deutschen Athleten. Dennoch konnten sich alle Teilnehmer im komfortablen Sporthotel angemessen auf das bevorstehende Großereignis vorbereiten. Andreesen Aufregung vor den Kämpfen war verständlicherweise sehr groß. Ihre erste Gegnerin, prompt eine Rumänin aus dem Gastgeberland, konnte sie nicht gefährden. Die Nienburger versetzte ihr immer wieder harte Fußstöße und führte komfortabel. Letztlich wurde ihre Kontrahenten nach einem angesetzten, nicht gestatteten Genickhebel disqualifiziert.

Als nächstes ging es für die TKW-Kämpferin gegen eine Griechin. Ein offener Schlagabtausch ließ die Wertungen der Kampfrichter immer wieder hin und her springen. Einige Wurf­eingänge von Andreesen brachten nicht den gewünschten Erfolg. In der Schlussphase war die Spannung kaum zu überbieten.Bundestrainer Jörn Meiners und Heimcoach Schmied gab der Nienburgerin die nötigen Taktik­anweisungen und feuerten sie lautstark an. Einige Sekunden vor Kampfende fasste sie sich ein Herz und löste den Griff ihre Gegnerin, die zu diesem Zeitpunkt knapp führte. Andreesen feuerte dann eine Schlag-Tritt-Kombination ab, die ein Ippon (zwei Punkte) und ein Wazari (ein Zähler) zur Folge hatten. Dies bedeutete den Sieg. „Kaum fassbar war die Freude, denn Sabina stand nun als erste Finalteilnehmerin fest“, erzählte Schmied.

Besonders erfreulich für Deutschland war es, dass auch die Erststarterin Jennifer Grudnio aus Schleswig-Holstein ebenfalls sehr souverän den Finaleinzug schaffte. Die Taktik für das Finale wurde von Norbert Schmied mit dem Bundestrainer abgestimmt. „Sabina kennt ihre Gegnerin nur allzu gut, denn sie war schon auf der Deutschen und auf den German Open auf sie gestoßen.“

Als das Finale begann, zeigte Andreesen sofort, warum sie bei der WM starten durfte. Super saubere Atemis (Schlagen und Treten) sicherten gleich einen Punkt Vorsprung. Schmied: „Das war so gewollt. Ihre Gegnerin musste ihr immer wieder hinterherlaufen, in Sabinas gefürchteten Fußstoß seitwärts.“ Bis Minute zwei zog die Nienburgerin diese Taktik mit Erfolg durch. Trotzdem gelang ihr nicht ihr Spezialwurf, der tiefe Schulterwurf. In der Schlussminute drehte Grudnio auf, sodass die TKWerin ihren Faden verlor und letztlich mit vier Punkten unterliegen sollte.

Die Liste der WM-Starter aus dem Landesverband Niedersachsen ist sehr überschaubar. Um so erfreulicher ist, dass der TKW mit seinem Eigengewächs Sabina Andreesen bereits zum dritten Mal einen Aktiven stellte. In der Vergangenheit waren dies Carlo Clemens, der von 2008 und 2010 jeweils Vize-Weltmeister wurde. Es folgte Mandy Sonnemann in den Jahren 2010 bis 2012 mit jeweils dem Titel. DH

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Erstellt:
1. Dezember 2013, 00:00 Uhr
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