Förster Heinz Lehmann freut sich über die jetzt geschützte Hainbuche im Heemser Sündern. Die Wälder im Kreisgebiet sind in gutem pflegezustand. Foto: Landesforsten

Förster Heinz Lehmann freut sich über die jetzt geschützte Hainbuche im Heemser Sündern. Die Wälder im Kreisgebiet sind in gutem pflegezustand. Foto: Landesforsten

Landkreis 08.05.2020 Von Die Harke

„Wälder sind in gutem Pflegezustand“

Forstexperte legt Ergebnisse seiner Bestandsaufnahme vor

Die Ergebnisse der durch einen Forstexperten des Forstplanungsamtes der Niedersächsischen Landesforsten durchgeführten Bestandsaufnahme in allen Wälder der Revierförsterei Krähe liegen vor. „Die Wälder sind in einem guten Pflegezustand“, lobt Inventurspezialist Hendrik Plate die Arbeit des langjährigen Revierleiters Heinz Lehmann. „Dazu sind viele Gebiete sehr ‚strukturreich‘, wie wir sagen, sie sind also erfreulich abwechslungsreich zusammengesetzt.“

So habe er allein 30 Baumarten gezählt. Das rund 1650 Hektar Wald umfassende Revier sei zu zwei Dritteln normal bewirtschafteter Landeswald. Hier käme auf Revierförster Heinz Lehmann in den nächsten Jahren umfangreiche Aufgaben zu. Da viele der Waldbäume jetzt nutzungsreif würden, erhöhe sich der Holzeinschlag um fast 20 Prozent auf jährlich gut 9.000 Kubikmeter.

„Damit ist gleichzeitig verbunden, verstärkt für Nachwuchs durch Pflanzung oder natürliche Ansamung zu sorgen“, ergänzt Heinz Lehmann. „330 Hektar sollen in zehn Jahren zusätzlich mit Jungbäumen bewachsen sein. Das sind vor allem Buchen, etwas Eiche, aber auch Douglasie, Kiefern sowie die bislang recht seltene Weißtanne.“ Bis auf die lichtbedürftige Eiche sollen alle anderen Baumarten unter dem Schirm der nach der Nutzung verbleibenden Altbäume wachsen, um für noch mehr Mischung und Struktur zu sorgen.

2030 werde dann der fast 50-prozentige Anteil von Kiefern in der Waldfläche um ein Fünftel zurückgegangen sein. Gewinner seien die Buchen und Douglasien. „Die Douglasie wird um 50 Hektar und die Buche um 90 Hektar zunehmen, aber nicht in Reinkultur, sondern in verschiedenen Mischungsformen“, betont Lehmann das Ziel, die Wälder zu stabilem Mischwald umzubauen. Um die ambitionierte Planung nicht durch Wildverbiss zu gefährden, habe Forstplaner Hendrik Plate die intensive Bejagung des Schalenwildes angemahnt.

Das übrige Drittel der Försterei umfasse das Projektgebiet Krähenmoor mit den Naturschutzgebieten Krähenmoor I, Krähenmoor II und Bunkenmoor. Gemeinsam mit dem Landkreis Nienburg soll die Renaturierung des Moores weiter vorangetrieben werden. Die Wälder um das Moor herum würden von Nadel- zu naturnahen Laubwäldern entwickelt. Durch die Laubbäume gelange mehr Wasser auf den Boden. Dadurch könnten auch die umliegenden Wälder einen Beitrag zur Wiedervernässung des Moores leisten. „Hier dominieren künftig die Aufgaben Naturschutz und Klimaschutz durch Moorentwicklung“, so Lehmann.

Ein besonderes Anliegen der Forstplaner seien die landschaftlich wertvollen, oft urig geformten alten Eichen an Wald- und Wegerändern sowie an exponierten Stellen wie dem Giebichenstein oder im Oyler Wald. Sie sollen erhalten bleiben. Zum Erhalt der genetischen Vielfalt für die Zukunft weisen die Niedersächsischen Landesforsten Waldbereiche aus, die quasi als lebende Samenbank fungieren.

So stehen im Revier Krähe neben Kiefern, Roteichen und Buchen auch seltene Arten wie Flatterulme, Hickory, Eibe, Walnuss, Stechpalme (Ilex) und Wacholder auf der Schutzliste.

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Erstellt:
8. Mai 2020, 16:25 Uhr
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