Der Informationsabend war gut besucht. BI gegen den Trassenwahn

Der Informationsabend war gut besucht. BI gegen den Trassenwahn

Bücken 21.11.2016 Von Die Harke

„Wahl zwischen Pest und Cholera“

„Bürgerinitiative gegen den Trassenwahn“ im Landkreis Nienburg informierte über Tennet und über Erdkabel

Die „Bürgerinitiative gegen den Trassenwahn“ hatte in die [DATENBANK=460]Kleinkunstdiele Bücken[/DATENBANK] eingeladen, um über den Umgang von Tennet mit Bürger-Einwendungen gegen die geplanten Stromtrassen zu erfahren. Referent war Frank Windhorst von der Colnrader Interessengemeinschaft „Vorsicht Hochspannung“, teilt die „Bürgerinitiative gegen den Trassenwahn“ mit.

Ärger im geplante Trasse

Zur Begründung seiner Klage zeigte Windhorst auf den von Tennet vorgelegten Plan für die neu zu bauende 380-Kilovolt-Trasse Ganderkesee-St. Hülfe, gegen die seine Initiative seit 2004 kämpft: „Da sieht man zwischen zwei kurzen Erdkabelabschnitten ein ausgespartes Stück von einem Kilometer, wo Freileitung hinkommen soll. Und das mit je einer riesigen Kabelübergabestation von der Größe eines Fußballfeldes auf jeder Seite.“

In zwölf Jahren Kampf gegen diese Trasse habe sich Tennet „wie ein Monarch aufgeführt, der sich auf Einwendungen von Menschen, die zu nah an der Trasse wohnen, nicht einlässt“. Obwohl alle Bürgermeister und Räte hinter seiner Initiative (3.700 Mitglieder) stehen würden und diese auch finanziell unterstützten, habe sich erwiesen, dass Infomärkte und Antragskonferenzen des Monopol-Netzbetreibers Tennet reine Alibi-Veranstaltungen seien, wo auch schon mal Trassenzusammenlegungen versprochen würden.

Klage gegen Planfeststellung

Mit dem [DATENBANK=4921]NABU[/DATENBANK] habe man gegen die Planfeststellung vor dem Bundesverwaltungsgericht geklagt, man unterstütze aber auch Klagen von Einzelpersonen, die besonders nahe an der Trasse wohnen. Die gegenwärtige Strategie von Tennet bestehe darin, die Grundstücke von solchen Personen aufzukaufen.

Der Bericht von Windhorst habe sehr viel Applaus hervorgerufen und die über 40 Zuhörer sehr nachdenklich gemacht, Schreibt die , erklärt die „Bürgerinitiative gegen den Trassenwahn“. Dies vor allem BI-Mitglied Günter Brünjes (Warpe) hinzugefügt habe, ihm gegenüber habe ein Tennet-Mitarbeiter auf einer öffentlichen Veranstaltung „kurzen Prozess“ angedroht: Enteignungen sind bei uns kein Thema!“.

Im Anschluss informierten drei Mitglieder der BI anhand einer Liste von 14 häufig gestellten Fragen unter der Moderation von Hans Kaufmann (Dedendorf) über Vor- und Nachteile von Freileitungen und Erdkabeln bei dem Ersatzneubau der Trasse Stade-Landesbergen.

Besorgnis über Flächenverbrauch

Hoyas Samtgemeindebürgermeister [DATENBANK=273]Detlev Meyer[/DATENBANK] sprach seine Besorgnis über den mehr als zwölf Hektar großen Flächenverbrauch für das im Raum Hilgermissen von Tennet geplante Umspannwerk auf. Deshalb dürfe nicht durch häufige Kabelübergabestationen aufgrund von kurzen Erdkabel-Teilstrecken noch mehr wertvoller Ackerboden verbraucht werden. Für ihn sei bei einer solchen Planung von Tennet die Entscheidung zwischen beiden Leitungstypen eine zwischen „Pest und Cholera“.

Die Versammlung wünschte, dass es der BI in Zusammenarbeit mit den Kommunen gelingen möge, das Beste für unser Gebiet herauszuholen. „Diese guten Wünsche beziehen sich auch auf den 23. November. Dann ist die BI Gast von Tennet“, heißt es abschließend von der Bürgerinitiative.

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Erstellt:
21. November 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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