Dem Waldspielplatz in Linsburg droht das endgültige Aus: Das wollen (von links) Ulrike Klug, Birger Lerch und Jörg Brüning verhindern. Foto: Heckmann

Dem Waldspielplatz in Linsburg droht das endgültige Aus: Das wollen (von links) Ulrike Klug, Birger Lerch und Jörg Brüning verhindern. Foto: Heckmann

Linsburg 27.11.2019 Von Die Harke

Waldspielplatz droht das endgültige Aus

Areal im Linsburger Grinderwald hat nur noch mit Sponsoren eine Chance

Generationen von Kindern erlebten dort Abenteuer mit Piraten, Rittern, Cowboys oder Zauberern. Doch jetzt droht dem Linsburger Waldspielplatz das Aus: Bei europaweiten Sicherheitsnormen stoße auch das größte Bürger-Engagement an seine Grenzen.

1975, erinnert sich der Linsburger Ratsherr und Revierförster Jörg Brüning, schlossen die Landesforsten und die Gemeinde Linsburg einen Vertrag: Die Forsten stellten ein Stück Land zur Verfügung, auf dem die Gemeinde einen Spielplatz errichten konnte – und was für einen.

Zu einer Zeit, als die meisten Spielplätze aus einer Wippe, einer Schaukel und einem rostigen Kletterbogen mit Quersprossen bestanden, entstand im Grinderwald ein Abenteuerland mit Holz-Tipis, ausladenden Turmkonstruktionen, sogar einer Seilbahn.

Aus dem weiten Umland, selbst aus Neustadt und Nienburg, kamen Familien in den Wald. Baustoff war das Holz, das die Försterei meist kostenlos zur Verfügung stellte. Und es waren jahrzehntelang die Waldarbeiter, die unbürokratisch Schäden ausbesserten oder Altes ersetzten.

„Seitdem die Revierförsterei Linsburg über keine eigenen Waldarbeiter mehr verfügt, hat das Team des Bauhofs der Samtgemeinde Steimbke das Nötigste gemacht“, sagt Ratsherr Birger Lerch. Und als vor acht Jahren der gesamte Spielplatz dringend eine Rundum-Erneuerung brauchte, „da war das“, so Lerch, „gar kein Problem, da kamen bestimmt 30 Linsburgerinnen und Linsburger und haben das in Eigenregie erledigt.“

100.000 Euro Kosten zur Herrichtung des Spielplatzes

Doch das ist vorbei. Seit Monaten ist der Spielplatz gesperrt – aus Sicherheitsgründen: Die Anlage entspreche nicht den geltenden Vorschriften (vor allem den EU-Normen zu „sicherheitstechnischen Anforderungen an Spielgeräte beziehungsweise deren Prüfung, Inspektion und Wartung“). Jeder Winkel, jeder Abstand, jeder Untergrund ist vorgeschrieben. Birger Lerch: „Ein Gutachter hat die Anlage beurteilt. Seiner Einschätzung nach würde es, wenn wir alles normgerecht herrichten wollten, gut 100.000 Euro kosten.“

Zwar habe sich der Gemeinderat einmütig dafür ausgesprochen, den Spielplatz wenn irgend möglich zu erhalten. Auch wolle man sich finanziell engagieren. Aber, sagt Ratsfrau Ulrike Klug: „So viel können wir nicht aufbringen.“

An ehrenamtlichem Engagement werde es in Linsburg nicht mangeln. Aber damit allein ist der Waldspielplatz nicht zu retten: „Der Gutachter hat davon abgeraten, selbst Spielgeräte zu bauen, denn auch die müssen den Vorschriften entsprechen.“

Doch offenbar gibt es viele Menschen, die das besondere Abenteuerland im Grinderwald nicht einfach so sterben lassen wollen.

Heimische Betriebe haben Unterstützung signalisiert und Förster Brüning ist zuversichtlich, dass auch die Landesforsten mit ins Boot kommen. „Ein Linsburger hat sogar darum gebeten, zu seinem 50. Geburtstag auf Geschenke zu verzichten und lieber Geld für den Spielplatz zu spenden“, freut sich Birger Lerch.

„Wir hoffen, dass es noch die eine oder andere Firma gibt, die uns hilft, diesen besonderen Platz zu retten“, sagt Ulrike Kluge.

Informationen dazu gibt es unter Telefon (0 50 26) 9 80 80 bei der Samtgemeinde Steimbke.

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Erstellt:
27. November 2019, 15:23 Uhr
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