Sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden und bitten darum, den Walking-Parkplatz pfleglich zu behandeln: Henning Schmidtke, Chef des Forstamtes Nienburg (Mitte), mit dem Wegebau-Experten Karsten Hartwig (rechts) und Forstreferendar Nikolaus Roggendorf (links). Foto: Hagebölling

Sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden und bitten darum, den Walking-Parkplatz pfleglich zu behandeln: Henning Schmidtke, Chef des Forstamtes Nienburg (Mitte), mit dem Wegebau-Experten Karsten Hartwig (rechts) und Forstreferendar Nikolaus Roggendorf (links). Foto: Hagebölling

Nienburg 25.04.2020 Von Edda Hagebölling

Walking-Parkplatz instandgesetzt

Landesforsten haben umgehend reagiert und die stark frequentierte Fläche nachhaltig saniert

„Pfützen, Matsch und überall Müll.“ Unter dieser Überschrift hatte DIE HARKE am Sonntag Ende Februar berichtet, in welch desolatem Zustand sich der Walking-Parkplatz in der Krähe befindet.

Seinerzeit parkten Walker und Spaziergänger teilweise sogar lieber direkt an der viel befahrenen Kreisstraße, weil sie sich mit ihrem Auto nicht auf den Parkplatz trauten. Doch das ist jetzt Geschichte. Die Niedersächsischen Landesforsten als Eigner der stark frequentierten Fläche haben prompt reagiert und das Gelände gründlich saniert. Zur Kreisstraße hin wurden ein paar Bäume entnommen, damit der Platz mehr Sonne bekommt, eine Regenrinne sorgt dafür, dass das Wasser besser abfließt, und die Parkfläche selbst wurde von der Firma Scharnhorst aus Nöpke fachmännisch abgezogen, mit einem Mineralgemisch ergänzt und mit einer Vibrationswalze verdichtet.

5.000 Euro für Instandsetzung aufgewendet

Für die Baumaßnahme verantwortlich ist Karsten Hartwig, Wegebau-Einsatzleiter bei den Niedersächsischen Landesforsten. 5.000 Euro hat das Forstamt Nienburg für die Instandsetzung des Parkplatzes aufgewendet. Die auf den ersten Blick nicht so riesige Summe macht immerhin ein Zehntel des gesamten Waldwegebau-Budgets für 2020 aus. Wegen des Walking-Parkplatzes in der Krähe wird jetzt die Sanierung von etwa 100 Meter Waldweg an anderer Stelle hinten angestellt.

„Dass wir die Fläche so spontan instandgesetzt haben, war nicht selbstverständlich, wir haben es aber gerne gemacht“, so Henning Schmidtke, Leiter des Forstamtes Nienburg. Einen Sanierungs-Partner hat man vergebens gesucht. Stadt und Landkreis hätten mit der Aussage „Wir haben kein Geld“ ebenso abgewunken wie BAWN und Mittelweser-Touristik. „Geld haben wir auch nicht“, so Schmidtke. Das Forstamt Nienburg mit seinen 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betreut eine Fläche von 11.000 Hektar. Einsatz-Schwerpunkte sind aktuell die Wälder, die durch den Sturm „Sabine“ im vergangenen Winter, die Dürre im vergangenen Sommer und die Borkenkäfer gelitten haben. Die verstärkten Baumfällarbeiten hätten zudem dazu geführt, dass die Waldwege besonders gelitten haben. „Für deren Ausbesserung wird jetzt erst recht jeder Euro gebraucht“, gibt der Forstamtsleiter zu bedenken.

Andererseits: Dass an dem Parkplatz zuletzt etwas ausgebessert wurde, könne durchaus sechs, sieben Jahre zurückliegen, erinnert sich Heinz Lehmann, als Leiter der Revierförsterei „Krähe“ mit einer Fläche von 1.600 Hektar und 500 Kilometern Waldwege auch für den Walking-Parkplatz zuständig. Damals sei man vom Bauhof der Stadt Nienburg unterstützt worden.

Hinweis kam zum richtigen Zeitpunkt

Hinzu kommt: Das Forstamt Nienburg erarbeitet zurzeit ein Erholungskonzept. Schwerpunkte seien der Promenadenweg in Bad Rehburg, der Grinderwald mit dem Spielplatz, der Oyler Wald mit der Quelle, der „Wald der Zukunft“ bei Erdmannshausen im Landkreis Diepholz und eben die Krähe mit dem „Krähenmoor“. Der Hinweis auf den stark renovierungsbedürftigen Parkplatz für all die Walker, Spaziergänger und Jogger, für die die Krähe ein wichtiges Naherholungsgebiet darstellt, sei daher quasi genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen.

Erst recht in Zeiten von Corona. Wie Revierförster Heinz Lehmann bestätigt, sind seit dem Lockdown am 15. März noch viel mehr Menschen in der Krähe anzutreffen.

Freuen würden sich die Herren von den Landesforsten, wenn mit dem neuen Parkplatz pfleglich umgegangen würde. Karsten Hartwig standen beim Ortstermin am Mittwochmittag ziemlich schnell die Nackenhaare zu Berge, hatte doch ein besonders eiliger Autofahrer auf der frisch sanierten Fläche tiefe Fahrspuren hinterlassen. Sinnvoll wäre aus Sicht der Waldexperten auch, wenn der Müll, der aus welchem Grund auch immer mit in die „Krähe“ genommen wird, zu Hause entsorgt würde.

Und Henning Schmidtke hat noch einen dritten großen Wunsch: Er bittet die Mountainbiker, die illegal in der Krähe zwischen dem Ortsrand von Erichshagen-Wölpe und der Kreisstraße unterwegs sind, sich bei ihm zu melden. „Gemeinsam lässt sich bestimmt eine Lösung für eine offizielle Strecke finden“, so der Leiter des Forstamtes Nienburg. Und Heinz Lehmann ergänzt: „In genau diesem Bereich sind der Rotmilan und der Uhu zuhause.“

Zu erreichen ist Schmidtke unter Telefon 0 50 21 / 96 47 - 11 oder per E-Mail unter henning.schmidtke@nfa-nienburg.niedersachsen.de. Weitere Informationen unter www.landesforsten.de.

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Erstellt:
25. April 2020, 18:40 Uhr
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