„War aber schwer“

„War aber schwer“

Ursula Nothnagel präsentierte sich bei den deutschen Meisterschaften im Kreuzheben in Mainz von ihrer besten Seite. Lankau

Die letzte Meisterschaft 2017 führte das [DATENBANK=1090]Powerteam Langendamm[/DATENBANK] nach Mainz zu den deutschen Meisterschaften im Kreuzheben. Der KSV Mainz hatte für fast 170 Teilnehmer einen bestens organisierten Wettkampf auf die Beine gestellt. Davon profitierten auch die Nienburger – sie nahmen reichlich Edelmetall mit nach hause. Die ersten Athleten mussten schon früh um acht auf die Waage, damit die Klasseneinteilung durchgeführt werden konnte und die ersten Heber pünktlich starten konnten. [DATENBANK=6711]Arnold Leesemann[/DATENBANK] war der erste, der seine Kräfte mit dem amtierenden deutschen Rekordhalter messen musste und es wurde ein spannender Wettkampf. Leesemann startete mit 200 Kilogramm in der Altersklasse III über 105 kg Körpergewicht, der Versuch war 2:1 gültig.

Sein Gegner startete mit 205 kg auf der Hantel und bekam sie auch gültig. Reiner Katzula erhöhte dann auf 215 kg, Leesemann ging gleich auf 220 kg, die beide Athleten korrekt bewältigen konnten. Jetzt kam es drauf an: Um wie viel steigert Leesemann im dritten und letzten Versuch? Der Nienburger war auf der Waage sechs Kilo leichter und hatte sich vorgenommen, genau das gleiche Gewicht zu wählen wie sein Konkurrent. So wäre er deutscher Meister aufgrund des leichteren Körpergewichtes. Katzula gab seinen Meldezettel mit 225 kg ab.

[DATENBANK=1093]Marianne Lankau[/DATENBANK] fungierte als Melderin und schrieb 225 kg auf die Meldung. Kurze Zeit später erhöhte Reiner nochmals um 5 kg auf 230 kg, das machten die Nienburger auch. Leesemann musste im letzten Versuch als erster auf die Plattform und zog phantastische 230 kg korrekt und dreimal gültig nach oben. Katzula zog zwar auch gültig, aber Arnold wurde als der Leichtere letztlich Meister.

Dann waren die Damen an der Reihe. [DATENBANK=1188]Ursula Nothnagel[/DATENBANK], [DATENBANK=6712]Sabine Hill[/DATENBANK] und [DATENBANK=6713]Janine Eickhoff[/DATENBANK] waren ordentlich nervös. Für Hill und Eickhoff war es die erste „Deutsche“. Eickhoff musste als Jüngste zuerst ran. Sie hatte ihre Kraft aufgrund der Nervosität unterschätzt. Sie wählte als Einstiegsgewicht 95 kg, zog sie mit so viel Schwung, geriet aus dem Gleichgewicht und ließ die Hantel fallen. Dann kam das große Zittern.

Betreuerin Marianne Lankau richtete sie mental auf, sodass sie im zweiten Versuch 100 kg korrekt und mit Leichtigkeit bewältigte. Im dritten und letzten Versuch ging es auf 110 kg und anschließend sagte sie: „Es war so leicht!“ Eickhoff nahm die Silbermedaille in Empfang und weiß jetzt: Beim nächsten Mal kann ich mehr.

In der Seniorinnenklasse gingen Ursula Nothnagel (Altersklasse IV) und Sabine Hill (II) an den Start.

Nothnagel startete mit 80 kg – kein Problem. Sie wurde – mittlerweile sogar durchs Fernsehen bekannt – vom Hallensprecher und den zahlreichen Athleten mit viel Applaus bedacht. Sabine Hill bekam den ersten Versuch mit 100 kg gültig. Die Altersklasse der Damen war gut besetzt und so wurde die Wartezeit doch lang.

Nothnagel ließ zehn weitere Kilo auflegen und auch die 90 kg gingen korrekt nach oben. Sabine war unsicher und hatte im zweiten Versuch 107,5 kg auflegen lassen, aber der Biss fehlte und sie konnte das Gewicht nicht komplett nach oben ziehen. Also wurde der letzte Versuch mit demselben Gewicht gemeldet. Ordentlich gepusht durch Trainer Peter Lankau zog sie das Gewicht nach oben und wurde deutsche Vizemeisterin.

Dann der letzte Versuch von „Uschi“ Nothnagel. Marianne Lankau hatte sie sich zur Seite genommen, kurz und intensiv auf sie eingeredet und sie überzeugt, nicht „nur“ die üblichen 95 kg auflegen zu lassen. Der Einfluss war groß genug – sie zog mit 81 Jahren unter lautem Anfeuern seit langem wieder bombastische 100 kg korrekt nach oben. Ihr Kommentar: „War aber schwer!“