Nur wenige Sirenen sind am Donnerstag zu hören gewesen. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Nur wenige Sirenen sind am Donnerstag zu hören gewesen. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Landkreis 10.09.2020 Von Manon Garms, Von Die Harke

Warnungs-Chaos beim Probealarm

Betreiber der „BIWAPP“-App: Regionale Leitstellen haben sich nicht an Vorgabe des Bundes gehalten

Der Probealarm am bundesweiten Warntag hat offenbar nicht reibungslos funktioniert. Um 11 Uhr sollten am Donnerstag die Apps „BIWAPP“, „Nina“ und „Katwarn“ Pushmeldungen an die Nutzer schicken. Doch nicht jeder Nutzer bekam von jeder App eine Nachricht – und wenn doch, dann oft verspätet. Zudem stürzten die Apps häufig ab.

Auf HARKE-Nachfrage bestätigte Landkreis-Pressesprecher Cord Steinbrecher, dass es Probleme gegeben habe. Zu den technischen Hintergründen konnte er noch nichts sagen. Man warte auf die Ergebnisse der Fehlersuche.

Am späten Nachmittag leitete der Landkreis Nienburg dann eine Stellungnahme des Betreibers der „BIWAPP“-App weiter. Darin heißt es: „Der heutige Warntag ist nicht so gelaufen, wie geplant. Viele User haben zurecht moniert, dass die Test-Meldungen zu spät oder gar nicht angekommen sind.

Folgendes ist passiert: BIWAPP ist auch an das System des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) angebunden. So können neben lokalen Meldungen, die von unseren kommunalen Partnern selbstständig versendet werden, auch bundesweit relevante Meldungen an die Bevölkerung verschickt werden.

Das BBK hatte geplant, zum heutigen Warntag eine zentrale bundesweit gültige Meldung um 11 Uhr zu versenden. Allerdings haben die dezentralen regionalen Leitstellen sich nicht an diese Vorgabe gehalten.

Die Leitstellen haben eigene Warnmeldungen versendet und so dafür gesorgt, dass es in allen angeschlossenen Warn-Apps zu massiven Verzögerungen gekommen ist. Konkret haben die Leitstellen uns 52 (!) Meldungen statt einer versendet und somit das Netz überlastet.

Das BBK konnte die eigene Meldung somit erst deutlich später als geplant versenden – und auch an uns ausliefern. Daher ist die eigentlich geplante zentrale Meldung des BBK so verspätet bei den Nutzern angekommen.

Gleichzeitig hat diese unkoordinierte Vorgehensweisen der Leitstellen dafür gesorgt, dass die Apps – auch unsere BIWAPP – an die eigene Leistungsgrenze gestoßen sind. Die App wurde immer langsamer bis hin zum Abbruch des Ladevorgangs. Das BBK hat mittlerweile diese Panne eingestanden und sich dafür entschuldigt. Wir geben diese Entschuldigung an Sie weiter.“

Zum Artikel

Erstellt:
10. September 2020, 17:43 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 00sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.