Sebastian Stüben DH

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Warum das denn?

Zellen bleiben

Seit Jahren gibt es diese Diskussion in sämtlichen Räten. Die Telekom kann einem – ich hätte nie gedacht, das einmal zu sagen – fast leid tun. Das Unternehmen will Telefonzellen abbauen, die Ratsherren sträuben sich dagegen. Aber warum? Wer braucht diese prähistorischen Klötze denn noch? Niemand.

Das zeigen auch die monatlich erzielten Erträge der Münzfernsprecher. Die klettern nur noch selten aus dem Cent- in den Eurobereich. Und warum? Weil mittlerweile jeder ein Handy besitzt oder einen dabei hat, der eins besitzt. Und auch die ganzen Senioren und Kinder, die oft von den Zellen-Bewahrern ins Feld geführt werden, scheinen keinen Münzfernsprecher zu brauchen. Sonst müsste der arme Geldfachausleerer doch schon die eine oder andere Münze mehr im Tresor der Zellen finden.

Denn auch die haben heutzutage ein Mobiltelefon. Und wer keines hat, hat selber Schuld. Wer glaubt, einmal in eine Situation zu kommen, in der er von unterwegs jemanden anrufen muss, der kann sich doch ein Handy zulegen. Kosten doch nix mehr, die Dinger. Ganz im Gegensatz zu Telefonzellen, die nicht selten Opfer von Vandalen und Randalierern werden. Da kommt der Unterhalt der Telekom dann ganz schön teuer zu stehen. Und die Einnahmen gehen gegen null.

Und dennoch: Der Nienburger Bauausschuss will von elf Zellen, die das Telekommunikations-Unternehmen in der Weserstadt abbauen will, tatsächlich sechs behalten. Das sind sechs zu viel – und einfach absoluter Irrsinn. Mich würde interessieren, wann einer der Ausschussmitglieder das letzte Mal eine Telefonzelle benutzt hat…

Sebastian Stüben

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Erstellt:
16. Juni 2012, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 47sec

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