13.07.2016 Von Alan Smithee

Warum die Treue von Löw zu altverdienten Spielern richtig ist

Vor jedem großen Turnier wird die ganze Nation zum Bundestrainer und diskutiert über die voraussichtliche Zusammenstellung des Kaders und in welcher Formation die deutsche Nationalmannschaft wohl auflaufen wird. Der nach der WM 2006 zum Bundestrainer berufene Schwabe, Joachim Löw, hält meist, vor allem bei der Zusammensetzung des Kaders, ein paar Überraschungen bereit. Er verwundert manche Experten und Klubbosse nicht nur regelmäßig mit der Nominierung von einigen, sehr jungen, Neulingen, wie zum Beispiel dieses Jahr Julian Weigl oder Leroy Sané, sondern auch mit Einberufung von älteren arrivierten Kräften, wie Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger.

Diese Entscheidungen werden natürlich regelmäßig heiß diskutiert. Während die Nominierungen von jungen Spielern mit Blick auf die Zukunft, von den meisten unterstützt werden, scheiden sich an der Nominierung von Spielern wie Podolski und Schweinsteiger die Geister. Viele bemerken, dass diese Spieler viel zu alt und teilweise außer Form sind. Während dies bei einigen, wie zum Beispiel den bei Manchester United aktiven Schweinsteiger, dieses Jahr wirklich der Fall zu sein schien, hat er alle Nörgler Lügen gestraft und im Viertelfinale gegen Italien, nach seiner Einwechslung für den Verletzten Sami Khedira, ein starkes Spiel gemacht.

Aber nicht nur auf dem Platz sind die altverdienten Spieler wichtig. Sie sind auch, ohne auf dem Platz zu stehen, wichtige Säulen der Mannschaft. Ob sie nun mit ihrer Erfahrung im Umgang mit dem Druck und der Presse, den jungen Spielern helfen oder nur mit ihrem Charakter das Mannschaftsgefüge stärken. Sie sind ein Teil des Ganzen und sorgen mit dem Trainerteam dafür, dass ein Zahnrad ins andere greift.

Wie der ehemalige Nationalspieler Jens Nowotny, der seinerseits beim Sommermärchen 2006 als arrivierter Spieler im Alter von 32 Jahren an einem Turnier teilnahm, kürzlich bei einem Interview berichtete, kann erst im Nachhinein darüber geurteilt werden, ob die Entscheidung des Bundestrainers für bestimmte Spieler, die richtige war. Allerdings gibt der Erfolg der Mannschaft, die seit 2006 bei jedem Turnier mindestens ins Halbfinale vordrang, Jogi Löw Recht und es fällt daher schwer, an seinen Entscheidungen zu zweifeln.

Die vor dieser Europameisterschaft hauptsächlich in der Kritik stehenden Spieler, Podolski und Schweinsteiger, haben schon für wichtige Momente gesorgt. Während der Mannschaftskapitän Schweinsteiger schon auf dem Platz, bei Kurzeinsätzen und im schon erwähnten Viertelfinale, zu überzeugen wusste, sorgt Podolski für Stimmung in der Mannschaft. Seine Äußerung zu der Hosen Affäre um Joachim Löw spiegelt den Charakter Podolskis wieder. Er ist ein Typ, ehrlich und geradeaus. Und Löw ist sich durchaus bewusst, dass es solche Typen braucht, um den ganz großen Erfolg zu erlangen.

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Erstellt:
13. Juli 2016, 15:43 Uhr
Lesedauer:
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