Die Arbeit in der Altenpflege und auf Krankenhausstationen ist ein Knochenjob. Foto: Robert Kneschke - stock.adobe.com

Die Arbeit in der Altenpflege und auf Krankenhausstationen ist ein Knochenjob. Foto: Robert Kneschke - stock.adobe.com

Landkreis 23.01.2021 Von Holger Lachnit

Warum ist es plötzlich so ernst?

Guten Tag – ein Kommentar

Warum ist die Infektionslage im Landkreis Nienburg denn plötzlich so ernst? Es sah hier doch immer so gut aus. Diese Gedanken werden sich wohl viele Kreis-Nienburger machen angesichts der aktuellen Sieben-Tage-Inzidenz von 211,7.

Aber die Wahrnehmung, dass die Pandemie in der Region vergleichsweise mild verlaufe, trügt. Es sieht schon lange nicht mehr gut aus: Zuletzt hatten wir am 3. November eine Inzidenz unter 50. Das ist übrigens der Wert, den die Politik als Voraussetzung für die Aufhebung des Lockdowns immer wieder nennt. Aktuell hat der Landkreis Nienburg den höchsten Inzidenzwert in ganz Niedersachsen. Er ist trauriger Spitzenreiter vor dem Kreis Wesermarsch, der eine Inzidenz von 187,4 aufweist.

Aber wo kommen die ganzen Infektionen her? Wir wissen, dass zu allermeist Menschen aus Alten- und Pflegeheimen betroffen sind. Wo stecken sie sich an? Im Heim. Und wer steckt sie an? Mitbewohner, das Personal, Fahrdienstmitarbeiter oder Mitarbeiter von Zulieferern. Gleiches gilt für die Patienten, die sich in der Klinik infiziert haben.

In diesem Zusammenhang sei eines deutlich gesagt: Es geht nicht um Schuldzuweisungen. Wir dürfen nicht die Menschen, die wir vor wenigen Monaten noch als „Helden des Alltags“ beklatscht haben, plötzlich zu Buhmännern der Nation machen.

Die Arbeit in der Altenpflege und auf Krankenhausstationen ist ein Knochenjob, der alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an die Grenzen ihrer körperlichen und seelischen Belastung bringt. Niemand von diesen steckt einen Patienten oder Heimbewohner vorsätzlich an!

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Erstellt:
23. Januar 2021, 06:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 44sec

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