11.12.2019 Von Alan Smithee

Warum stiller Reflux nie unbehandelt bleiben sollte

Beim stillen Reflux handelt es sich nicht um das klassische Sodbrennen, bei dem man ein Brennen hinter dem Brustbein und Schmerzen in der Speiseröhre verspürt.

Zwar findet ein Rückfluss des Mageninhalts in die Speiseröhre statt, allerdings bleibt dieser unbemerkt. Genau deswegen ist der stille Reflux so heimtückisch und muss unbedingt behandelt werden.

Wir werden in diesem Beitrag darauf eingehen, was Sie persönlich bei stillem Reflux tun können, welche Wege die Schulmedizin einschlägt und welche Folgen drohen, wenn der stille Reflux unbehandelt bleibt.

Mögliche Folgeschäden von stillem Reflux

Wird der stille Reflux nicht behandelt, kann es zu vielfältigen Beschwerden kommen. Die Symptome sind in der Regel recht diffus und können nicht genau zugeordnet werden.

Deshalb sollten Sie bei häufig auftretenden Schluckbeschwerden, häufiges Räuspern und Heiserkeit unbedingt einen Arzt aufsuchen und dies abklären lassen.

Bei Sodbrennen spüren viele Patienten den aufsteigenden Magensaft in die Speiseröhre. Stiller Reflux ist allerdings nicht sofort erkennbar und verläuft in der Regel ohne die typischen Symptome. Das schlimme daran ist, dass die Symptome des stillen Refluxes erst dann auftreten, wenn schon leichte bis mittelschwere Schäden an der Speiseröhre entstanden sind.

Dadurch, dass Gas vom sauren Magen in der Speiseröhre aufsteigt, werden nicht nur die unteren Bereiche, sondern auch die oberen Areale gereizt. Dazu gehören auch die Nasennebenhöhen, der Kehlkopf und der Rachen.

Viele Patienten gehen zu mehreren Ärzten, bevor Sie die Diagnose „Stiller Reflux“ bekommen.

Wenn die Diagnose aber überhaupt nicht erstellt wird und der Patient überhaupt nicht weiß was er hat, kann das ziemlich gefährlich werden.

Durch die ständige Reizung, kann es nämlich laut Refluxgate.de zu einer bösartigen Veränderung der Zellen in der Speiseröhre kommen. Besonders das untere Drittel ist davon gefährdet. Die veränderten Zellen stellen eine Krebsvorstufe dar und können sich zu einem bösartigen Tumor weiterentwickeln, deshalb sollten Sie unbedingt handeln!

Das können Sie selbst tun

Wir wollen hier allerdings keine Panikmache betreiben, denn es gibt gute Behandlungsmöglichkeiten um den stillen Reflux den Garaus zu machen. Sie selbst können natürlich auch jede Menge tun, um den Rückfluss des Mageninhalts in die Speiseröhre zu stoppen.

Wenn Sie sich Ihren Lebensstil genauer anschauen, werden Sie vielleicht feststellen, dass Sie einige schlechte Gewohnheiten haben, welche Sodbrennen und stillen Reflux begünstigen.

Dazu zählen zum Beispiel das Rauchen, Alkohol trinken oder das Verzehren von scharfen und fettigen Speisen in besonders hohen Mengen. Auf jeden Fall müssen Sie diese schlechten Gewohnheiten vermeiden und aus Ihrem Leben beseitigen, damit es Ihnen wieder besser gehen kann. Auch Fruchtsäfte haben oftmals einen besonders hohen Säurekonzentrat und können für eine Verschlechterung der Symptome sorgen und die Speiseröhre auf Dauer mit angreifen.

Bevorzugen Sie weiche und möglichst natürliche Nahrung, die Ihnen Vitalität und Gesundheit verleiht.

Sollte der stille Reflux bei Ihnen schon besonders weit fortgeschritten sein, wird Ihnen der Arzt Flüssignahrung und einige Medikamente verschreiben. Sie können allerdings selbst schon vorher zu solcher Nahrung und Speisebrei greifen, um ihre gesundheitliche Situation zu verbessern. Eine Möglichkeit wäre zum Beispiel Babybrei.

Die Behandlung von stillem Reflux erfolgt oft falsch

Sodbrennen und der stille Reflux sind 2 verschiedene Dinge. Bei Sodbrennen ist mehr die Speiseröhre betroffen, deswegen merkt der Patient die brennenden Schmerzen in der Speiseröhre. Der stille Reflux hingegen, hat ganz andere Symptome und findet wie der Name bereits schon sagt, im „stillen“ statt.

Meistens werden PPI eingesetzt, welche das Problem allerdings nicht lösen, denn die Magensäure ist trotzdem noch am Aufsteigen und verursacht Probleme. Bei PPI handelt es sich um Protonenpumpenhemmer, welche die Säureproduktion drosseln. Allerdings reicht das bei weitem nicht aus, um die Krankheit „stiller Reflux“ so weit eindämmen zu können, dass sie keine Symptome verursacht. Wenn eine Verbesserung des stillen Refluxes eintritt, muss eher davon ausgegangen werden, dass es sich hierbei um einen Placeboeffekt handelt.

Leider werden die Protonenpumpenhemmer auch dazu eingesetzt um zu testen, ob man überhaupt an stillem Reflux leidet oder nicht. Denn die Ärzte haben die Erfahrung gemacht, dass sich die Symptome durch die Gabe von Protonenpumpenhemmer deutlich verbessern, wenn der Patient unter Sodbrennen leidet! Doch wie wir bereits erwähnt haben, ist es ein fataler Fehler das Sodbrennen mit dem stillen Reflux gleichzusetzen.

Bei dem Versuch werden die PPI über 2 bis 4 Wochen gegeben, anschließend schaut man ob sich die Symptome verbessert haben oder nicht. Bei Sodbrennen funktioniert dieses Prinzip, bei stillem Reflux aber nicht, doch viele Ärzte wenden diese Testmethode auch bei stillem Reflux an. So könnte die Diagnose zum Beispiel lauten, dass der Patient nicht unter stillem Reflux leidet, da er nicht auf die PPI angesprungen ist, doch in Wirklichkeit leidet er unter stillem Reflux und die Magensäure richtet weiterhin schwere Schäden an. Achten Sie deshalb genau, wie die Diagnose und Behandlung beim Arzt ablaufen.

Sie fragen sich sicher, wie dann wohl die Behandlung des stillen Refluxes aussehen sollte. Bei stillem Reflux müssen Sie dringend darauf achten, dass durchgängig ein hoher Säureschutz gewährleistet ist. Nur so können sich die Zellen im Magen und der Speiseröhre mit der Zeit erfolgreich erholen! Wenn Sie Säureblocker nehmen, sollten Sie diese deshalb aufteilen und über den Tag verteilt einnehmen, anstatt nur einmal täglich. Wenn Sie sich zusätzlich basisch ernähren, Alkohol und Zigaretten vermeiden und auf weiche Nahrungsmittel achten, wird der stille Reflux irgendwann zurückgehen.

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Erstellt:
11. Dezember 2019, 07:36 Uhr
Lesedauer:
ca. 3min 41sec

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