Nienburg 10.05.2018 Von Die Harke

Warum wird Weißsein als „normal“ empfunden?

Seminar im Nienburger Jugendhaus mit 15 Teilnehmenden

Im Rahmen des Projektes „LandEyeHoch3“, das darauf angelegt ist, politische Bildung, Kultur und Jugendarbeit im ländlichen Raum zu fördern und zu stärken, fand jetzt das Seminar „Critical Whiteness“ im Nienburger Jugendhaus statt. Veranstalter waren Stadt Nienburg, Kreisjugendring Nienburg und WABE. Rund 15 Jugendliche und junge Erwachsene nahmen daran teil.

Nach einer kurzen Einführung wurde das Thema „Kritisches Weißsein“ anhand verschiedener Methoden wie etwa einer sogenannten Privilegiengallerie, aber auch durch Vorführung eines Filmes, tiefergehend erarbeitet. Dabei ging es nach Angaben der Veranstalter insbesondere darum, sich bei der Auseinandersetzung mit Rassismus selbst in den Blick zu nehmen und den Fokus von den Betroffenen weg, auf sich selbst zu lenken.

Warum wird Weißsein so oft als „normal“ tituliert? Welche Privilegien hat man selbst, wenn man als Mensch mit weißer Hautfarbe geboren ist und und wie oft passiert es, dass man diese Privilegien ungewollt derart ausspielt, dass man damit Rassismen reproduziert? Diesen und ähnlichen Fragen sei allein und in Teams, aber immer unter fachlicher Unterstützung nachgegangen worden.

„Wohlbemerkt ging es den Referentinnen aber nicht darum, den Zeigefinger zu erheben, um die Teilnehmenden zu bekehren. Vielmehr war das Seminar so ausgestaltet, dass es immer wieder Anregungen zur Selbstreflexion und zur Partizipation gab“, heißt es weiter. „Denn“, so die Referentinnen, „Veränderung funktioniert nur, wenn man es selbst möchte und sich immer wieder selbst hinterfragt und reflektiert“.

Die Veranstalter zeigten sich zum Schluss äußerst zufrieden mit der Veranstaltung. Trotz eines sonnigen Wochenendtages habe sich eine heterogene Gruppe zusammengefunden, die Interesse am Thema gezeigt, mit Freude mitgearbeitet und immer wieder gezeigt habe, dass sie in der Lage sei, ihr eigenes Handeln im Bezug auf ihre Hautfarbe zu hinterfragen.

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Erstellt:
10. Mai 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 53sec

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