Heidi Reckleben-Meyer DH

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Guten Tag 08.09.2019 Von Heidi Reckleben-Meyer

Was es mit Kunst auf sich hat

Was genau Kunst ist, ist schwer zu beschreiben. „Schöpferisches Gestalten aus den verschiedensten Materialien oder mit den Mitteln der Sprache, der Töne in Auseinandersetzung mit Natur und Welt“ wird sie skizziert. Besonders Werke großer Künstler, die abstrakt malten oder den Ausdruck in geometrischen Formen suchten, werden oftmals mit dem Satz bedacht: „Das kann ich auch!“ Dass nicht jedes Kind, das jemals die Kunstschule Mittelweser in Stolzenau oder ihre Dependance im Nienburger Kulturwerk besucht hat, Künstler werden wird, war schon klar, bevor die Kunstschule jetzt ihr 25-jähriges Jubiläum feierte (siehe auch Bericht auf Seite 19). Selbst Kunstpädagogin Lilia Gavrilenko unterstrich mit einem Augenzwinkern in ihrem Schlusswort, dass das auch gut so sei, weil so viele Künstler keine Gesellschaft aushalten könne.

Wo fängt Kunst an? Ein Kollege, der einst regelmäßig die Vertretung in der Kulturredaktion übernahm, hatte eine klare Unterscheidung. „Das ist keine Kunst, das ist Wunst“, kommentierte er. Kunst kommt von können und „Wunst“ von wollen.

Mit Blick auf die vielen Kinder und Jugendlichen, die in den zurückliegenden 25 Jahren die Kunstschule besucht haben, ist es zunächst unerheblich, ob sie jemals über das „Wunst“-Stadium hinausgekommen sind. Was zählt ist vielmehr, dass sie sich ausprobieren konnten, ihre Kreativität entdecken lernten und eine andere Saite in sich anklingen ließen. Kunst ist eine wesentliche Ausdrucksform für Gefühle und Gedanken und damit weniger das, was Kritiker und Spekulanten für wertvoll und handelbar halten, sondern vielmehr das, worin der Künstler ein Stück von sich selbst gegeben hat.

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Erstellt:
8. September 2019, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 48sec

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