DLRG-Helfer und Kreistagsmitglieder während der Übung der Wasserretter. DLRG

DLRG-Helfer und Kreistagsmitglieder während der Übung der Wasserretter. DLRG

Landkreis 18.11.2018 Von Die Harke

Wasserretter üben erstmals mit Hunden

Wasserrettungszug der DLRG probt für den Ernstfall / Vertreter aus Kreisverwaltung und -politik machen sich ein Bild

Die ehrenamtlichen Rettungskräfte der DLRG im Bezirk Nienburg haben eine umfangreiche Einsatzübung mit dem kompletten Wasserrettungszug im Landkreis durchgeführt. Aus den drei am Wasserrettungszug beteiligten Ortgruppen kamen 39 Einsatzkräfte zusammen, um Abläufe zu üben und zu automatisieren. Besonders das reibungslose Zusammenspiel der Helfer aus den Ortsgruppen Nienburg, Rehburg-Loccum und Uchte stand dabei im Vordergrund. Die Gelegenheit, alle Einsatzmittel und Kräfte der DLRG im Landkreis versammelt auf einem Platz zu treffen, nutzte die DLRG-Einsatzleitung darüber hinaus, um sich Vertretern von Kreisverwaltung und dem zuständigen Kreisausschuss für Brandschutz und Rettungswesen zu präsentieren und hautnah die Arbeit der Wasserrettungseinheiten erlebbar zu machen.

Startpunkt für den Übungstag war der Nienburger Festplatz. Hier bildeten die Rettungskräfte mit ihren insgesamt zehn Einsatzfahrzeugen und fünf Booten den Wasserrettungszug. Einsatzleiter Marc Jaschke sowie Bezirksleiter Holger Barg begrüßten die Gäste und stellten ihnen den umfangreichen, aber doch etwas betagten Fuhrpark des Bezirkes vor. Besonders beeindruckt hat dabei das dienstälteste Boot „Phönix“, das bereits seit 41 Jahren auf dem Wasser unterwegs ist. Die letzten acht Jahre davon für die DLRG. Ebenso hat der 39 Jahre alte „Iltis“, ein ehemaliges Geländefahrzeug der Bundeswehr, eine lange Geschichte zu erzählen.

Er steht mit 23 Dienstjahren bei der DLRG nun schon sieben Jahre länger im Dienst der Wasserrettung als zuvor im Dienste der Bundeswehr.

Die DLRG-Ortsgruppen haben mit dem jahrelangen Aufbau des aktuellen Fuhrparks viel erreicht. Die Anschaffung der Fahrzeuge hat dabei häufig lange gedauert. Das nötige Geld musste zunächst gesammelt und gespart werden, und es wurde viel Arbeit für die Umrüstung zu DLRG-Einsatzfahrzeugen in Eigenarbeit geleistet. „Bei allem ehrenamtlichen Engagement bleibt natürlich die Tatsache, dass solch betagte Rettungsmittel bei den Krei-Nienburger Wasserrettern leider keine Seltenheit sind“, heißt es dazu von der DLRG.

Weil sich die DLRG hauptsächlich durch moderate Mitgliedsbeiträge und Spendengelder finanziere, seien die Mittel zu knapp, um die „Phönix“ oder den „Iltis“ in den wohlverdienten Ruhestand zu entlassen. Denn adäquate und moderne Neubeschaffungen ließen sich mit dem derzeit zur Verfügung stehenden Etat nicht finanzieren.

Zudem seien die Ortsgruppen auf das Fachwissen von Kfz-Mechanikern und anderen Fachkräften aus den eigenen Reihen angewiesen, um diese alten Fahrzeuge Instand zu halten und somit die Reparaturkosten bezahlbar zu halten. Jede Spende, die von Privatpersonen oder Firmen geleistet werden könne, helfe daher den DLRG-Kräften, ihre Aufgaben in Wasserrettungsdienst und Katastrophenschutz leisten zu können.

Für die Gäste aus Kreisverwaltung und Politik ging es nach der ersten Präsentation von Material und Personal zum eigentlichen Übungsort. Dabei wurde eines der neueren Fahrzeuge im DLRG-Bezirk genutzt, der Reisebus des niedersächsischen DLRG-Landesverbandes. Dieser ist bei der Ortsgruppe Nienburg dauerhaft stationiert.

Im geschlossenen Verband fuhren die Einsatzkräfte zur Marina bei Mehlbergen, wo ein Übungsszenario auf sie wartete: Nach einem Autounfall galt es, vier vermisste Personen zu suchen. Laut Zeugenberichten konnten zwei Personen unter Wasser (dargestellt durch wassergefüllte Übungspuppen) und zwei weitere in der Umgebung an Land vermutet werden. Die beiden Tauchtrupps begannen mit der Suche im Hafen. Währenddessen wurden sie von drei Bootstrupps unterstützt, von denen zwei mit Sonargeräten ausgestattet waren.

Von den Booten aus konnten auch die Gäste die Suche hautnah miterleben. Auf die Suche nach den zwei vermissten Personen an Land machte sich die Hundestaffel aus dem Ortsverband Rehburg-Loccum. Diese befindet sich derzeit noch im Aufbau und nahm zum ersten Mal an einer Einsatzübung teil. Die sechs Hunde der Staffel ließen sich durch die neue Situation aber nicht aus der Ruhe bringen und nahmen zügig die Spur der vermissten Personen auf.

Sowohl die Tauch- und Boottrupps, als auch die Hundestaffel konnten die Vermissten schnell ausfindig machen. Die Übungstorsos wurden von den Einsatztauchern geborgen und die zwei Helfer, die sich für die Hundestaffel im Gelände versteckt hatten, wurden zum gemeinsamen Einsatzabschluss eingeladen.

Der Abschluss des Übungstages fand mit einer Einsatznachbesprechung an der Unterkunft der Ortsgruppe Nienburg statt. Die Gäste zeigten sich von dem Erlebten beeindruckt und freuten sich die professionelle Arbeit der Wasserretter einmal aus nächster Nähe erlebt haben zu können. Für zukünftige Beratungen und Beschlüsse könne man nun die Situation der DLRG-Kräfte und deren Bedarfe besser bewerten, hieß es.

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Erstellt:
18. November 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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