Die Kläranlage Drakenburg verbraucht bislang rund 720.000 Kilowattstunden im Jahr. Foto: Kreisverband für Wasserwirtschaft

Die Kläranlage Drakenburg verbraucht bislang rund 720.000 Kilowattstunden im Jahr. Foto: Kreisverband für Wasserwirtschaft

Drakenburg 18.05.2021 Von Die Harke

Wasserverband investiert rund 3,6 Millionen Euro in Drakenburger Kläranlage

Ziele seien Effizienz und Klimaschutz

Der Wasserverband „An der Führse“ investiert rund 3,6 Millionen Euro in die Kläranlage Drakenburg. Ziele sind nach Mitteilung des Kreisverbands für Waserwirtschaft ein deutliches Plus an Klimaschutz, Effizienz und Betriebssicherheit.

Dazu heißt es weiter: „Kläranlagen haben generell einen gewaltigen Energiebedarf. Den meisten Strom benötigen die Belüfter. Sie pumpen Luft in die entsprechenden Becken, damit sich die dort lebenden Mikroorganismen wohlfühlen und die Schmutzstoffe im Wasser zersetzen können.“

„Die Kläranlage Drakenburg verbraucht bislang rund 720.000 Kilowattstunden im Jahr“, sagt Axel Brause, Abteilungsleiter Abwasserbeseitigung beim Wasserverband „An der Führse“. „Drei Viertel davon entfallen auf die Belüfter. Künftig sinkt deren Verbrauch um mehr als 50 Prozent.“

Denn, erklärt Anlagenverantwortlicher Lutz Schier, „bislang wurde der Sauerstoff von oben in die Becken eingerührt. Das ist ineffektiv und sehr laut. Die Rührwerke werden jetzt durch am Beckenboden installierte Belüftermatten ersetzt, die den Sauerstoff bedarfsgerecht einspeisen“.

Rund 1,35 Millionen für neue Belüftung

Der Wasserverband investiert rund 1,35 Millionen Euro in die neue Belüftung. Doch die Investition lohnt sich: Der dadurch eingesparte Strom würde rechnerisch ausreichen, um rund 100 Haushalte mit Strom zu versorgen. Vor diesem Hintergrund wird das Projekt aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung und dem Europäischen Sozialfonds gefördert.

Noch einmal deutlich mehr Geld, nämlich rund 2,25 Millionen Euro, nehme der Wasserverband in die Hand, um die Anlage insgesamt auf den Stand der Technik zu bringen. „Die Kläranlage stammt aus den 1960er-Jahren und ist mit der Entwicklung der umliegenden Gemeinden und dem steigenden Bedarf Schritt für Schritt gewachsen“, erläutert Lutz Schier. „Jeder neue Bereich wurde an die vorhandenen angedockt.“ Jetzt werde das gesamte System modernisiert und optimiert.

Begonnen haben die Arbeiten Anfang 2020; Axel Brause und Lutz Schier rechnen für den Spätsommer dieses Jahres mit dem Abschluss. „Das alles fand im laufenden Betrieb statt“, betont Lutz Schier. „Wir können ja nicht einfach zwischendurch die Kläranlage abschalten.“ Immerhin kämen – an trockenen Tagen – knapp 2000 Kubikmeter Schmutzwasser in der Anlage an. Bei Regen könnten es leicht 3500 Kubikmeter werden. Dass das geklärte Abwasser auch in der Bauphase allen Vorgaben entspreche, darüber wachten die eigenen Mitarbeiter und die Fachleute des Landkreises.

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Erstellt:
18. Mai 2021, 17:30 Uhr
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