Helge Nußbaum DH

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Landkreis 03.02.2019 Von Helge Nußbaum

Wechsel-Theater der Fußballer

Guten Tag

Jeden Sommer und jeden Winter ist es das alte Lied. Das Wechsel-Theater der Fußballer ist mittlerweile ein globaler Zirkus geworden und auch vor dem Kreis Nienburg macht das Spielergeschacher keinen Halt mehr.

Zwar kann man das langwierige Wechselgeplänkel des Kreisliga-Stürmers Tim Reuter vom SV Husum zum Ligarivalen SCB Langendamm nicht mit dem weltweiten Geschehen auf dem Transfermarkt vergleichen, doch die Aussagen der hiesigen Spartenvorstände, Trainer oder neumodernen Teammanager deckt sich bei den meisten Wechseln immer mehr mit den nichtssagenden Aussagen und Hinhalte-Taktiken um jeden Cent der großen Vorbilder aus Bundesliga, Premier League oder der spanischen La Liga. Auch die Spieler geben sich zumeist bedeckt, schwafeln von Heimatgefühlen und Familie, wie die beiden prominenten Beispiele Kevin-Prince Boateng oder Sandro Wagner. Boateng wechselte erst vor einem halben Jahr von Frankfurt zum US Sassuolo nach Italien – wer kennt diesen Weltklub nicht? Grund war nach seinen Angaben die Nähe zu Mailand und seiner Frau. Doch kaum rufen die Katalanen aus Barcelona an, fährt er mit dem Fahrrad zum spanischen Serienmeister, vergessen sind die heimatlichen Gefühle.

Die hakt auch Wagner für die nächsten zwei Jahre ab, obwohl er im vergangenen Winter „endlich“ zu seinem Heimatklub Bayern München zurrückkehrte und seine Gefühle gar nicht mit Worten beschreiben konnte. Statt Schnee in München regnet es für den 31-jährigen Kurz-Nationalspieler nun Scheine aus Fernost. Die Chinesen von Tianjin Teda zahlen ihm angeblich 15 Millionen Euro netto – dafür würde ich vielleicht auch kurzzeitig auf Kartoffeln oder deutsches Roggenbrot verzichten und auf Peking-Ente und gebratenen Reis umsteigen.

In der 3,7 Millionen Einwohner-Stadt in Nordchina wird er nicht nur mit seinem Trainer Uli Stielike deutsch sprechen können, denn mit Felix Bastians steht ein weiterer deutscher Profi im Aufgebot, mit dem er schon bei Hertha BSC Berlin zusammenspielte. Wagner sagte zu seinem Wechsel: „Mein Plan war natürlich, länger in München zu bleiben und meine Karriere hier zu beenden. Ich liebe diesen Verein. Uli Stielike ist aber eine große Persönlichkeit. Auch unabhängig vom Fußball wird das ein Riesen-Abenteuer. Meine ganze Familie und viele Freunde kommen mit. Gefühlt kommt jetzt halb München nach China.“ Jaja, der Fußball und die Heimat... das alte Lied.

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Erstellt:
3. Februar 2019, 21:39 Uhr
Lesedauer:
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