Wechsel an der AOK-Spitze

Wechsel an der AOK-Spitze

Der neue AOK-Regionaldirektor Volker Kaufmann (links) übernimmt den Staffelstab von Hans Hübner. AOK

50 Jahre hat Hans Hübner bei der [DATENBANK=1388]AOK[/DATENBANK] gearbeitet, jetzt ist der Regionaldirektor mit einem Festakt verabschiedet worden. Volker Kaufmann aus Wunstorf tritt Hübners Nachfolge an. „Ich gebe die Verantwortung für unsere Kunden und Mitarbeiter in seine Hände und wünsche ihm und meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft“, sagt der 66-Jährige. Hübner hat nach Unternehmensangaben den Wandel „von der Krankenkasse zur Gesundheitskasse“ mitgestaltet: 1996 sei der Wettbewerb unter den Krankenkassen gestärkt worden – Versicherte konnten jetzt ihre Krankenkasse im Wesentlichen frei wählen.

Dass die AOK diesen Wettbewerb bestanden habe, zeigen laut Hübner die Mitgliederzuwächse. Der 66-Jährige begründet den Erfolg so: „Wir bieten unseren Kunden an 121 Standorten in Niedersachsen einen Vor-Ort-Service, dazu einen attraktiven Beitragssatz deutlich unter dem Branchenschnitt. Das macht uns zur Wunschkasse Nummer Eins.“

Mit einem Beitragssatz von 15,4 Prozent (inklusive Zusatzbeitrag von 0,8 Prozent) unterbietet die AOK nach eigenen Angaben in Niedersachsen alle großen Mitbewerber. Im Landkreis Nienburg gibt es knapp 60.000 Versicherte.

In den vergangenen Jahren hat die Krankenkassenlandschaft sich verändert: Elemente der Privaten Krankenversicherung sind auch bei gesetzlichen Krankenkassen eingeflossen – wie zum Beispiel Zusatztarife und Beitragsrückerstattung. „Wir haben unseren Versicherten im Landkreis Nienburg in 2016 rund 1,2 Millionen Euro an Zusatzleistungen wie zum Beispiel professionelle Zahnreinigung erstattet. Wir orientieren uns bei diesen Zusatzangeboten an den Wünschen unserer Kunden. Die Zahlen zeigen, dass wir richtig liegen“, sagt Hübner.

Dass es nicht in jedem Bereich so rosig aussieht, verschweigt der scheidende Regionaldirektor nicht. So bekomme die AOK – wie andere Unternehmen auch – den Fachkräftemangel zu spüren. Es sei nicht einfach, die jungen Menschen im Landkreis zu halten. „Das ist ein Grund, warum die AOK sich im Bereich Schulservice mit zwei Schulberaterinnen engagiert“, sagt Hübner. Neben der qualifizierten Ausbildung seien bei der AOK auch verschiedene Studiengänge möglich: duales Studium, Studium zum Betriebswirt, Studium zum Fachwirt an der Leibniz-Universität. „Wir haben in unseren Häusern hier eine hohe Bereitschaft zur Weiterbildung und viele, die sich für ein Studium entscheiden. Unsere Region gilt nicht umsonst als die ,Karriereschmiede‘ Niedersachsens“, sagt der 66-Jährige nicht ohne Stolz.

Er gehe mit „zwei lachenden Augen“, wie er sagt: „Ich bin beruflich mit mir im Reinen und werde im Ruhestand keine Langeweile haben“, kündigt der scheidende Regionaldirektor an. Er plant, sich ehrenamtlich zu engagieren und hat dafür nach eigenen Angaben auch schon mehrere Anfragen von sozialen Einrichtungen und Verbänden bekommen. Außerdem will Hübner seinen großen Freundes- und Bekanntenkreis pflegen. Und er weiß genau, was er in seinem Ruhestand nicht will: in die Politik gehen.