Eisbahn-Chefin Waltraut Heidorn. HARKE-Archiv

Eisbahn-Chefin Waltraut Heidorn. HARKE-Archiv

08.03.2015

Wehmut, aber auch Erleichterung

Holtorfs Eisbahn für immer geschlossen / Auch Schulen und Eishockeyspieler traurig

Von Edda Hagebölling

Holtorf. In Holtorf ist eine Ära zu Ende gegangen. Am vergangenen Sonntag war die Eisbahn zum letzten Mal geöffnet. Zum allerletzten Mal. Schweren Herzens hatten Waltraut Heidorn und ihre Mitstreiter bereits im November beschlossen, dass die neunte Saison zugleich die Letzte sein soll. „Der Kreis der Ehrenamtlichen, die bereit waren, sich bei Wind und Wetter um die Eisbahn zu kümmern, wurde – auch altersbedingt – immer kleiner“, so eine doch recht wehmütige Waltraut Heidorn zwei Tage nach Schließung der Eisbahn. In ihrem Entschluss im Nachhinein bestätigt wurden die Vorsitzende des Vereins zur Förderung und Erhaltung des Holtorfer Freibades und ihre unermüdlichen Helferinnen und Helfer allerdings durch das Wetter in diesem Winter. Die Eisbahn-Saison 2014/2015 war total verregnet. Auch am letzten Tag fanden wegen der ständigen Regen- und Graupelschauer nur wenige den Weg nach Holtorf. Am Tag davor – als über Stunden die Sonne schien – wurden dagegen rund 100 kleine und große Schlittschuhläufer gezählt.

„Die Schulen haben uns bereits gesagt, dass sie die Eisbahn sehr vermissen werden. Und auch die Eishockeyspieler, die sich jeden Freitag bei uns getroffen haben“, so Waltraut Heidorn. Winter für Winter haben sich Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Klassen auf den Weg nach Holtorf gemacht. Vom Gymnasium Sulingen ebenso wie aus Hoya, Stolzenau oder Rehburg.

Begeisterte Besucher waren außerdem Großeltern mit ihren Enkeln. Und vereinzelt auch Eltern mit ihren Kindern.

„Bei all dem, was ich mache, liegt mir besonders das Wohl der Kinder am Herzen“, so die ehemalige Kindergartenleiterin Waltraut Heidorn.

Der Abschied von der Eisbahn erinnert die Pensionärin ein bisschen an ihren Abschied vom Berufsleben. „2001 bin ich in den Ruhestand gegangen. Mit Beginn der Sommerferien“, so die Holtorferin.

Langeweile wird jedoch nicht aufkommen auf dem weitläufigen Areal des Freibades am Dobben. Sobald das Eis geschmolzen ist, wird die Eisbahn abgebaut und wie gewohnt eingelagert. Nach Auskunft von Waltraut Heidorn gibt es zwar mehrere Interessenten, die die Anlage kaufen möchten, in trockenen Tüchern ist jedoch noch nichts.

Noch behalten wollen die Holtorfer in jedem Fall die niedlichen Lauflern-Pinguine. Sie sollen sie immer an die Eisbahn erinnern.

Im Anschluss wird die 1200 Quadratmeter umfassende betonierte Fläche auf den Aufbau der Minigolf-Anlage vorbereitet. Außerdem treten am 1. April die beiden Fachangestellten für Bäder ihren Dienst an, die sich künftig um das Freibad kümmern.

Sowohl die Eisbahn als auch die Minigolfanlage wurden in erster Linie betrieben, weil der Überschuss zur Refinanzierung des Freibades – einem der größten im Kreis, wenn nicht dem Größten – beitragen sollte. „Das hat in den ersten Jahren auch wunderbar geklappt“, so die Vorsitzende des Fördervereins. „Doch seitdem das Wetter immer unbeständiger ist, gehen mit den Besucherzahlen auch die Erlöse zurück. Alles, was wir hier machen, steht und fällt eben mit dem Wetter“, gibt sie zu bedenken. Umso dankbarer ist Waltraut Heidorn den Sponsoren. „Sie haben uns – Wetter hin oder her – Jahr für Jahr mit ihrem Obolus für die Bandenwerbung die Treue gehalten.

Eine ideelle Bereicherung war die Eisbahn nach Auskunft Waltraut Heidorns in jedem Fall. Es seien Menschen nach Holtorf gekommen, die den Weg in Nienburgs nördlichsten Stadtteil sonst nie gefunden hätten. Gleiches gelte für die Minigolfanlage.

„Zu beobachten, mit wieviel Spaß besonders die Kinder dabei sind, motiviert mich jeden Tag aufs Neue“, so Waltraut Heidorn.

Und hofft, dass es ihren Mistreitern genauso geht...

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Erstellt:
8. März 2015, 00:00 Uhr
Lesedauer:
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