Eine Szene aus der Nürnberger Krippe von Martin Lechlers Urgroßeltern um 1900. Seitdem der Nienburger Superintendent auf der Welt ist, war sie jedes Jahr aufgebaut. Foto: Lechler

Eine Szene aus der Nürnberger Krippe von Martin Lechlers Urgroßeltern um 1900. Seitdem der Nienburger Superintendent auf der Welt ist, war sie jedes Jahr aufgebaut. Foto: Lechler

Nienburg 23.12.2020 Von Martin Lechler

„Weihnachten wichtig wie lange nicht“

Ein Weihnachtsgruß des Nienburger Superintendenten Martin Lechler

Wieso ist Weihnachten wichtig wie lange nicht? Weil wir mitten in der weltweiten Corona-Pandemie stecken, vor der viele Menschen Angst haben, weil sich viele Menschen infiziert haben und teilweise mit dem Tode ringen.

Nienburgs Superintendent Martin Lechler. Foto: Wiggers

Nienburgs Superintendent Martin Lechler. Foto: Wiggers

Auch weil dadurch viele Menschen heute und in den kommenden Tagen sehr einsam sind, denn sie dürfen sich nicht mit zu vielen Verwandten und schon gar nicht mit Freunden treffen. Und weil auch viele Menschen in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, denn sie müssen ihre Geschäfte schließen, sind in Kurzarbeit geraten oder gar arbeitslos geworden.

In einem der bekanntesten Weihnachtslieder heißt es: „Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue dich, o Christenheit!“ Mit dieser einen Strophe ist eigentlich alles gesagt: „Welt ging verloren“ – das empfinden gerade in diesem Jahr ganz viele: Wir kennen immer mehr Menschen, die sich infiziert haben.

Verloren geht die Welt auch durch die vielen Kriege, die zunehmenden Umwelt-Katastrophen oder die großen Ungerechtigkeiten in unserer einen Welt. „Christ ist geboren“ – das ist Gottes Antwort auf die verloren gehende Welt. Nein, er lässt sie in ihrer Verlorenheit nicht allein, sondern er kommt gerade dieser Welt so nah wie noch nie.

Und mit seiner Nähe bringt er den Menschen sein göttliches Heil, denn das griechische Wort „Christus“ heißt übersetzt: „der Heil-Bringer, der Heiland“. Das bedeutet für mich: Weil Gottes Heil in Christus erschienen ist, ist ein Heilwerden der Welt möglich, ist Frieden möglich, sind auch Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung möglich.

Erste Lichtstreifen leuchten am Horizont auf: Ein Impfstoff ist entwickelt, die Weltgemeinschaft trifft sich endlich zu Klima-Konferenzen, um Frieden wird auch durch zahlreiche diplomatische Verhandlungen gerungen. Doch allein durch unsere menschliche Kraft und Macht werden wir keine Wunder vollbringen. Aber Gott, unser Schöpfer und Retter, ist in der Welt, er eröffnet uns eine Zukunft und gibt uns Hoffnung!

Deshalb heißt es: „Freue dich, o Christenheit!“ – Ja, dies ist ein Grund zur Freude, und dies nun gewiss nicht nur für einen exklusiven Teil gläubiger Christinnen und Christen, denn Gottes Wille zum Heilwerden und Frieden gilt aller Welt! So sagt es die Botschaft der Bibel – und deshalb ist Weihnachten gerade in diesem Jahr so wichtig wie lange nicht.

So wünsche ich Ihnen und euch eine friedvolle, heilbringende und gesegnete Weihnachtszeit!

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Erstellt:
23. Dezember 2020, 19:38 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 12sec

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