Südkreis/Mühlenkreis 07.05.2017 Von Die Harke

Weisen auch moderne Exemplare schon historische Züge auf?

Aktion: Mit richtiger Planung zum passenden Fenster / Auch neuere Fenster können teils längst veraltet sein

Mittelalterliche Bleiglasfenster oder die Originalfenster alter Fachwerkhäusern sind nicht gerade Energiesparmodelle – das wird kaum jemanden überraschen. Doch auch manche Exemplare mit Kunststoffrahmen und Doppelverglasung tragen bereits historische Züge, wie Energieberaterin Kerstin Pahnke von der Verbraucherzentrale NRW erklärte. „Unbeschichtete Isolierglasfenster aus den frühen 1990er Jahren sind schon energetische Oldtimer“, sagte sie bei der Vorstellung der neuen Aktion „Wir blicken durch: Fenster richtig planen.“ „Die Technik dieser Fenster entspringt einer Zeit, in der noch viele VW-Käfer unterwegs waren und Elvis im Radio lief.“

1977 trat die erste Wärmeschutzverordnung in Kraft. Sie schrieb erstmals vor, wie viel Wärme durch neue Fenster entweichen darf. Erst 1995 wurde diese Vorgabe deutlich verschärft – und danach noch mehrfach. „Die heute erlaubten Grenzwerte sind viel niedriger. Der Verlust darf nicht einmal halb so hoch sein wie 1994“, sagte die Expertin. Technisch möglich wurden die geringeren Verluste unter anderem durch eine Metallbedampfung der Scheiben.

Diese Wärmeschutzverglasung ist im Neubau längst Standard. Bislang sei aber nur etwa jedes zweite Fenster in Deutschland mit Wärmeschutzglas ausgestattet. Für fast alle, die noch Scheiben aus der Zeit vor 1995 haben, sei eine Modernisierung empfehlenswert. Diese Empfehlung bestätigte der neue Baudezernent Lutz Freiberg des Kreises Minden-Lübbecke.

Für alle, die nicht sicher sind, verriet die Expertin einen Trick: „Einfach im Dunkeln ein Feuerzeug vor die Scheibe halten und auf die Spiegelungen der Flamme achten“, riet sie. „Bei Wärmeschutzverglasung ist mindestens ein Spiegelbild anders gefärbt als die restlichen.“ Unabhängige Unterstützung bei Überlegungen zur Fenstermodernisierung gibt es bei der Energieberatung der Verbraucherzentrale des benachbarten Bundeslandes oder in der Beratungsstelle Minden.

Termine gibt es unter (05 71) 386 379 06 unter (0211) 33 996 555 und ebenfalls unter www.verbraucherzentrale.nrw/energieberatung im Internet.

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Erstellt:
7. Mai 2017, 21:00 Uhr
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