Der Kasten in Mehlbergen, kurz vor der Fertigstellung mit den beiden Künstlern Hendrik Uterwedde und Phil Tillner (am Kasten) sowie den Avacon-Vertretern Johannes Schlemermeyer, Nadine Heinke, Ralf Thäsler sowie den Einwohnern Torben Bergmann und Heinrich Rabing (von links). Foto: Schmidetzki

Der Kasten in Mehlbergen, kurz vor der Fertigstellung mit den beiden Künstlern Hendrik Uterwedde und Phil Tillner (am Kasten) sowie den Avacon-Vertretern Johannes Schlemermeyer, Nadine Heinke, Ralf Thäsler sowie den Einwohnern Torben Bergmann und Heinrich Rabing (von links). Foto: Schmidetzki

Landkreis 01.08.2020 Von Nikias Schmidetzki

Weitere drei Stationen verschönert

Seit 2010 lässt die Avacon Trafohäuschen künstlerisch besprühen / Etwa 40 bis jetzt im Kreisgebiet

Ohne die großen Stromkästen läuft nix, in direkter Nähe haben möchte sie aber auch kaum jemand. Um die Trafokästen wenigstens weniger wie Fremdkörper wirken zu lassen, lässt die Avacon als Netzbetreiberin in jedem Jahr einige aufhübschen – mit zum jeweiligen Ort passenden Motiven.

Gerade in der vergangenen Woche haben Hendrik Uterwedde und Phil Tillner Kästen in Wietzen, Mehlbergen und Husum künstlerisch veredelt. Außerdem waren sie in Klein Eilstorf in Walsrode im benachbarten Heidekreis im Einsatz. Die Ideen, welche Bilder die Kästen am Ende zieren, stammen in der Regel von Einwohnern.

In Mehlbergen war es Torben Bergmann, der auf der Suche nach Motiven Heinrich Rabing ansprach. Jener suchte einige Fotos heraus, die mit der Gegend zu tun haben. Am Ende fiel die Wahl auf einen Traktor, weil der Standort des Trafohäuschens bis vor einigen Jahrzehnten sehr landwirtschaftlich geprägt war.

Und genau das ist einer der Gedanken bei den Gestaltungsaktionen, sagt Avacon-Vertreter Ralf Thäsler: „Die Themen sollen schon zu den Standorten passen. Häufig haben die Motive einen historischen Hintergrund.“

In Husum haben die Künstler einen Kasten an der Straße „Im Osterfeld“ mit Wildtieren und Wappen gestaltet.

In Husum haben die Künstler einen Kasten an der Straße „Im Osterfeld“ mit Wildtieren und Wappen gestaltet.

Anfang dieses Jahres ist das Häuschen in Mehlbergen um einige Meter versetzt worden, sodass es nun nicht mehr durch natürliches Grün verdeckt wird – also sollte es anderweitig verschönert werden. In Wietzen haben sie ein Motiv von „Unser kleiner Hof“ hinterlassen. In Husum sind es Hirsche auf einer Wiese sowie das Gemeindewappen.

„Rund 18.000 Trafostationen im Avacon-Gebiet wandeln den Strom so um, dass er mit Niederspannung in den Steckdosen ankommt. Dazu kommen etwa 1400 Gasstationen. Die Häuschen sind aus unseren Orten und den Landschaften nicht wegzudenken“, erläutert der Netzbetreiber zu den Stationen.

Das sei Grund genug, das Nützliche mit dem Schönen zu verbinden: Über 400 Stationen hat Avacon seit dem Jahr 2010 in Kunstwerke umgestalten lassen. Rund 40 davon befinden sich im Bereich des Landkreises Nienburg. Und ein Ende ist derzeit nicht in Sicht. Die Liste von Anfragen für weitere Umgestaltungen im Avacon-Verteilnetzgebiet sei groß.

So sieht jetzt das Trafohäuschen an der Heidestraße in Wietzen aus. Fotos: Avacon (2)

So sieht jetzt das Trafohäuschen an der Heidestraße in Wietzen aus. Fotos: Avacon (2)

„Die Kunstwerke tragen nicht nur zur Verschönerung des Ortsbildes bei, mit ihnen kommt Avacon auch der Verantwortung als Netzbetreiber nach und leistet einen wichtigen Beitrag zu Werterhalt, Instandhaltung und Prävention gegen wilde Graffitis“, erklärt das Unternehmen.

Bis auf Ausnahmen scheint das zu klappen, bestätigen die beiden Künstler der Firma art-efx. Nur manchmal, besonders wenn Heranwachsende mit ihrer Zeit nichts Besseres anzufangen wüssten, beschmierten sie auch die Kunstwerke. Eine Garantie sei das also auch nicht.

Im Normalfall aber sehen die Kunstwerke viele Jahre gut aus. Erst nach zehn bis 15 Jahren – witterungsabhängig – zeige sich ein Unterschied zu den neuen Werken, erklärt Uterwedde. Dann werde die Farbe doch nach und nach blasser. Eines der ersten Motive in der Region war der Trafokasten in der Nähe des Weseranlegers an der Brückenstraße in Nienburg. Und das Bild dort sehe noch immer gut aus, findet Thäsler.

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Erstellt:
1. August 2020, 19:41 Uhr
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