24.02.2013

Weitere zehn Stolpersteine verlegt

Flyer „Stolpersteine in Nienburg“ erschienen / Paten und neue Vorschläge willkommen

Von Edda Hagebölling Nienburg. Nienburg ist um weitere zehn Stolpersteine reicher. Nachdem der Kölner Künstler Gunter Demnig im vergangenen Juni wie berichtet insgesamt neun Stolpersteine vor den ehemaligen Wohnhäusern der Nienburger Familien Marcus, Weinberg und Schragenheim verlegt hatte, folgten am Montag weitere zehn Stolpersteine. Sie sollen an die Schicksale der Familien Feist, Beermann, Birkenruth und Hess erinnern. Bis auf Alfred Feist, dem 1939 die Flucht nach England und anschließend in die USA gelang, sind die anderen neun Mitglieder dieser vier jüdischen Familien von den Nazis im Warschauer Ghetto beziehungsweise im KZ Theresienstadt ermordet worden. Der Rat der Stadt Nienburg hatte im Januar vergangenen Jahres auf Anregung des Lions-Clubs Nienburg beschlossen, sich im Rahmen der opferbezogenen Gedenkarbeit an der bundesweiten Aktion „Stolpersteine“ zu beteiligen. Zwei Personen, die maßgeblich dazu beigetragen haben, dass innerhalb so kurzer Zeit fast 20 Gedenksteine verlegt werden konnten, sind Nienburgs Archivarin Patricia Berger und Cornelia Kramer aus dem Kulturbüro der Stadt Nienburg. Beide haben mit großer Freude registriert, dass die jüngste Stolperstein-Aktion bereits von deutlich mehr Interessierten verfolgt wurde, als noch beim letzten Mal. Selbst bei der Verlegung der Steine vor dem Haus der Familien Birkenruth und Hess in der Hannoverschen Straße und auch beim Abschlussgespräch im Museum waren noch etliche Interessierte zugegen. Und was Organisatorin Cornelia Kramer und Archivarin Patricia Berger genauso gefreut hat: Während sich die Gruppe vor dem Haus Hannoversche Straße 8 versammelt hatte, bahnte sich – absolut zufällig – eine ältere Dame mit ihrem Rollator den Weg durch die Menge. Sie konnte sich noch recht genau daran erinnern, wie die Nienburger Synagoge von innen ausgesehen hatte. Dass Nienburgs Museumsleiter Dr. Eilert Ommen, zugleich amtierender Lions-Präsident, flugs ein Stift zuckte, um den Namen der Nienburgerin zu notieren, verstand sich von selbst. Ebenfalls seit der Aktion am Montag zu haben ist der Flyer „Stolpersteine in Nienburg“ . Er lädt zum einen dazu ein, gerne auch selbst Recherchen zum Schicksal der jüdischen Familien anzustellen und Vorschläge für neue Stolperstein-Standorte einzureichen, zum anderen ruft er dazu auf, Patenschaften für die Stolpersteine zu übernehmen. Weitere Informationen erteilen Dr. Eilert Ommen unter 0 50 21/ 1 24 61, Cornelia Kramer unter 0 50 21/87-221, oder Patricia Berger unter 0 50 21/87-235.

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Erstellt:
24. Februar 2013, 00:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 13sec

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