Regina Andresen lernte 2004 das Polio-Opfer Kexter Donald kennen und reiste danach in dessen Heimatland. Jetzt will die Markloherin seinem Verein in Nigeria mit einem Hilfstransport unterstützen. Foto: Hagebölling

Regina Andresen lernte 2004 das Polio-Opfer Kexter Donald kennen und reiste danach in dessen Heimatland. Jetzt will die Markloherin seinem Verein in Nigeria mit einem Hilfstransport unterstützen. Foto: Hagebölling

Landkreis 07.08.2021 Von Matthias Brosch

Weiterer Transport nach Nigeria geplant

Markloherin Regina Andresen möchte an Kinderlähmung erkrankte Menschen unterstützen

Um an Kinderlähmung erkrankten Menschen zu helfen, soll demnächst ein Hilfstransport aus dem Landkreis Nienburg nach Afrika stattfinden. Ziel ist mit Lagos die größte Stadt Nigerias.

Den ersten Spendenaufruf hatte Regina Andresen aus Marklohe bereits im Juli vergangenen Jahres gestartet, aber die Corona-Pandemie verhinderte den geplanten Transport von Rollstühlen, Rollatoren, Gehstöcken sowie auch schmerzstillenden Tabletten und Salben bislang.

Mit Haiti fing es an

„Da nun wieder mehr Menschen zusammen sein dürfen, könnte der Container – so schnell wie möglich – mithilfe von freiwilligen Helfern und Helferinnen beladen werden“, sagt Regina Andresen, der humanitärer Einsatz eine Herzensangelegenheit ist. Vor über zehn Jahren berichtete DIE HARKE etwa über ihr Engagement, als Kleidung für die Erdbebenopfer in Haiti gesammelt und verschifft wurde.

Danach geriet Nigeria in den Fokus der Markloherin. Eine erneute Lieferung in das afrikanische Land aus dem Landkreis Nienburg soll nun folgen, diesmal stehen an Polio Erkrankte im Mittelpunkt. Der Hilfstransport geht an den Verein „Welfare Center for Survivors of Poliomyelitis“, das als Wohlfahrtszentrum für Überlebende von Kinderlähmung agiert. Kexter Donald, selbst an Polio erkrankt, ist dort der Vorsitzende.

Regina Andresen hatte ihn 2004 in Deutschland bei einer Tagung des Bundesverbandes für Poliomyelitis kennengelernt. Schon damals berichtete Kexter Donald von den menschenunwürdigen Lebensbedingungen der Polio-Opfer. Einige Jahre später hat sich die Markloherin selbst ein Bild von der Lage vor Ort gemacht.

„Weil die an Polio erkrankten Menschen in Nigeria – bis heute – niemals eine medizinische Versorgung erhielten, leiden nun alle akut unter den schmerzhaften lähmenden Folgeerscheinungen“, sagt Regina Andresen. Die Erkrankten säßen auf Rollerskates, um sich fortbewegen zu können und bettelten an den Straßenrändern um Almosen. „Eine Linderung oder Erleichterung wären Gehhilfen aller Art, die sie aber nicht vom Staat bekommen“, berichtet die 72-Jährige.

Geldspenden nötig

Aktuell würden Verhandlungen mit einer günstigen Spedition abgewartet. Die bisher gespendeten Gelder deckten zudem nicht den gesamten Transport ab. Es fehlten noch etwa 3.000 Euro, um den Container mit allen notwendigen und nützlichen Hilfsgütern von Hamburg über Lagos zum Zielort zu bringen.

Einen Kleintransport mit auf die Reise zu schicken, hat sich mittlerweile zerschlagen, da der vorgesehene Crafter zu hoch für den Container war. Stattdessen wurde nun ein Kleinwagen ausgesucht und gekauft, der dem Verein „Welfare Center for Survivors of Poliomyelitis“ zu mehr Mobilität verhelfen soll. „Wichtig war, dass der Wagen eine Automatik hat, da Kexter ansonsten nicht in der Lage wäre, die Hilfsgüter zu verteilen„, sagt Regina Andresen.

Für Geldspenden hat Regina Andresen bei der Volksbank Aller-Weser das Konto mit der IBAN DE 08 2566 3584 0044 6998 00 eingerichtet. Wer einen Geldbetrag überweisen möchte, schreibt das Stichwort „Polio“ dazu. Für weitere Infos kann die Markloherin per E-Mail an humanityfirst@hotmail.com erreicht werden.

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Erstellt:
7. August 2021, 15:05 Uhr
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ca. 2min 25sec

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