Luxusproblem: Die einen wollen nicht, die anderen dürfen (noch) nicht. Foto: oasisamuel - stock.adobe.com

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Landkreis 26.02.2021 Von Holger Lachnit

Welch ein Luxusproblem

Guten Tag – ein Kommentar

Wie schön wäre es doch, wenn alle Menschen im Landkreis Nienburg das „Problem“ hätten, das einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Gesundheitswesen beklagen: Sie können sich gegen das Coronavirus impfen lassen, bekommen aber den ihrer Meinung nach falschen Impfstoff von Astrazeneca, der einen geringeren Wirkungsgrad, aber dafür mehr Nebenwirkungen aufweisen soll als das Vakzin von Biontec.

Ich möchte an dieser Stelle aus einem Leserbrief zitieren, der kürzlich in der HARKE erschienen ist. Dort schreibt ein Mann: „Mein Fall als Beispiel für viele andere: Ich bin 79,5 Jahre alt, habe wegen einer Leukämie und einerzweiten Krebs-Erkrankung ein sehr stark beschädigtes Immunsystem, bin 80 Prozent schwerbehindert. Mein Onkologe bescheinigt mir eine ,Erhöhte Priorität’ und sagt mir, wenn ich mich anstecke, habe ich kaum eine Überlebenschance. Da ich leider ein halbes Jahr zu jung bin, komme ich nicht in die erste Dringlichkeitsgruppe, egal wie krank!“

Dieser Mann würde wahrscheinlich voller Freude den vermeintlich schlechteren Impfstoff bekommen, der aber nur für Personen bis 65 Jahre zugelassen ist.

Im Landkreis Nienburg sterben derzeit fast fünf Prozent der mit Covid-19 infizierten Menschen. Jede Impfung trägt dazu bei, die Ausbreitung des Virus’ zu verringern. Und nur nach flächendeckenden Impfungen werden wohl erst alle Geschäfte, Gastronomie- und Kulturbetriebe wieder öffnen dürfen. Das wäre meiner Meinung nach allemal wert, Nebenwirkungen einer Impfung zu riskieren.

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Erstellt:
26. Februar 2021, 06:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 42sec

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