Nikias Schmidetzki DH

Nikias Schmidetzki DH

Guten Tag 14.04.2019 Von Nikias Schmidetzki

Welchen Brauch hätten S‘ denn gern?

Ein langes Frühstück, das sich zum Kaffeetrinken hinzieht, Eier suchen, bei einigen ist es der Kirchgang – sogar in aller Frühe, andere schlafen aus und wollen mal so richtig ausspannen; zwischen Familie und Besuch. Es gibt vielerlei Bräuche, das Osterfest am kommenden Wochenende zu begehen. Wie heißt es so passend? Andere Länder, andere Sitten: In Italien haben zu „Pasqua“, wie Ostern heißt, Prozessionen am Karfreitag, der dort übrigens kein Feiertag ist, einen hohen Stellenwert. Dabei wird ein Kirchenkreuz durch die Orte getragen, um ans Leiden Jesu zu erinnern. Am Montag feiern Italiener dafür auch die Auferstehung mit Ausflügen und Picknick. Und: In Castiglione gibt die örtliche Schokoladenfabrik jährlich ein mehr als 2,50 Meter hohes Schoko-Ei aus.

Von Trauer zu Freude wendet sich auch die Tradition in Finnland, wo es zunächst vorsichtige Schläge mit Birkenruten setzt – zur Erinnerung an die Palmwedel, mit denen Jesus in Jerusalem empfangen wurde. Dafür dürfen Kinder am Ostersonntag Trommeln schlagend und Tröten blasend durch die Straßen ziehen, um die Zeit der Trauer akustisch unmissverständlich zu beenden.

In den Vereinigten Staaten von Amerika, nennen wir sie USA, spielen Osterhase und bunte Eier eine ebenso wichtige Rolle wie bei uns. Wie so oft darf es aber ein wenig pompöser ausfallen. Bunte Osterparaden sind in vielen Städten zu erleben. Und nicht zu vergessen ist das traditionelle Eier-Rollen am Weißen Haus, dem Sitz des Präsidenten. Kinder lassen dort Ostereier eine Wiese hinabrollen, in der Hoffnung, das schnellste zu haben.

Aber was heißt in dem Fall pompös? Bereits am heutigen Palmsonntag beginnt die Festwoche in Mexiko. Dort wird in geschmückten Straßenzügen und bei Volksfest-Atmosphäre gefeiert. Dafür wird es am Karfreitag andächtig mit Prozessionen und Passionsspielen, bevor am Ostersonntag wieder kräftig gefeiert wird.

Ach ja, Hasen und bunte Eier kennen die Menschen auch auf den Philippinen. Doch viel freudiger dürften Kinder das Läuten der Glocken erwarten. Dann nämlich fassen die Eltern die kleinen Kinder angeblich am Kopf und heben sie hoch – im Glauben, dass die Kinder so größer werden. Die Durchschnittsgröße dort liegt bei Männern wie auch bei Frauen übrigens deutlich unter der in Mitteleuropa...

Noch sind ein paar Tage Zeit, um sich das Beste aus all den Bräuchen und vielen anderen, die es so gibt, herauszusuchen. Vielleicht reichen aber ja auch bunte Eier, Osterfeuer, Spaziergang oder ein kleiner Ausflug. Dafür bieten sich die freien Tage allemal an. Der muss ja nicht gleich auf den Pazifik führen, wo der Niederländer Jakob Roggeveen angeblich an Ostern direkt eine ganze Insel entdeckte, die seither auch als Osterinseln bekannt ist.

Schönen Sonntag!

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Erstellt:
14. April 2019, 04:46 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 22sec

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