Weltgebetstag von den Südseeinseln

Weltgebetstag von den Südseeinseln

Das Bild zum diesjährigen Weltgebetstag zeigt eine Frau mit Kind im Arm. Foto: Heine

Beim Wort Südseeinseln entstehen vor dem inneren Auge Bilder von sonnenbeschienenen Palmeninseln und fröhlichen Bewohnern, die in scheinbar paradiesischen Zuständen leben. Die Frauen des pazifischen Inselstaates Vanuatu haben in diesem Jahr die Liturgie für den Gottesdienst zum Weltgebetstag erarbeitet.

Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen seit über 100 Jahren für den Weltgebetstag und machen sich stark für Rechte von Frauen und Mädchen in Kirche und Gesellschaft. Am 5. März werden tausende Menschen wieder ein Gebet um die Welt schicken in Gottesdiensten, in Andachten, im Gottesdienst „to go“ und in vielen anderen Formaten bedingt durch die Corona-Pandemie.

Felsenfester Grund für alles Handeln sollten nach Angaben der Veranstalterinnen aus den Kirchenkreisen Nienburg und Stolzenau-Loccum Jesu Worte sein. Dazu wollen die Frauen aus Vanuatu in ihrem Gottesdienst zum Weltgebetstag 2021 ermutigen. „Worauf bauen wir?“ ist das diesjährige Motto, in dessen Mittelpunkt der Bibeltext aus Matthäus 7 stehen wird. Denn nur das Haus, das auf festem Grund steht, würden Stürme nicht einreißen, heißt es dort. Dabei gelte es, Hören und Handeln in Einklang zu bringen: „Wo wir Gottes Wort hören und danach handeln, wird das Reich Gottes Wirklichkeit. Wo wir uns daran orientieren, haben wir ein festes Fundament. Unser Handeln ist entscheidend“, sagen die Frauen in ihrem Gottesdienst.

Ein Ansatz, der in Vanuatu in Bezug auf den Klimawandel bereits verfolgt wird. Denn die 83 Inseln im pazifischen Ozean sind vom Klimawandel betroffen wie kein anderes Land. Die steigenden Wassertemperaturen gefährden Fische und Korallen. Durch deren Absterben treffen die Wellen mit voller Wucht auf die Inseln und tragen sie Stück für Stück ab. Zudem steigt nicht nur der Meeresspiegel, sondern auch die tropischen Wirbelstürme werden stärker. So zerstörte zum Beispiel 2015 der Zyklon Pam einen Großteil der Inseln, 24 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Wirbelsturm. Um dem entgegen zu wirken, gilt seit zwei Jahren in Vanuatu ein rigoroses Plastikverbot.

Doch nicht alles in dem Land ist so vorbildlich. So sitzt im vanuatuischen Parlament keine einzige Frau, obwohl sich 15 Frauen zur Wahl stellten. Frauen sollen sich „lediglich“ um das Essen, die Kinder und die Pflege der Senioreninnen und Senioren kümmern. Auf Märkten verkaufen viele Frauen das, was sie erwirtschaften können: Gemüse, Obst, gekochtes Essen und einfache Näharbeiten. So tragen sie einen Großteil zum Familieneinkommen bei. Die Entscheidungen treffen jedoch die Männer, denen sich Frauen traditionell unterordnen müssen. Widersetzen die Frauen sich, drohen ihnen Schläge.

Gewalt gegen Frauen sei in Vanuatu ein großes Problem, berichten die Kreis Nienburger Organisatorinnen. Mit seiner Projektarbeit unterstützt der Weltgebetstag Frauen und Mädchen weltweit: beispielsweise im pazifischen Raum, auch auf Vanuatu. Dort lernen Frauen sich über Medien eine Stimme zu verschaffen, damit ihre Sichtweisen und Probleme wahrgenommen werden.

Im Kirchenkreis Stolzenau-Loccum und im Kirchenkreis Nienburg finden die Gottesdienste zum Weltgebetstag in diesem Jahr in unterschiedlichen Formaten statt. Kurzfristige Änderungen sind möglich und werden gegebenenfalls auf der Homepage der jeweiligen Gemeinde bekanntgegeben, teilen die Veranstalterinnen mit.

Gottesdienste im Kirchenkreis Nienburg:

Gottesdienste im Kirchenkreis Stolzenau-Loccum:

Spenden zur Unterstützung der Projekte sind möglich unter an Weltgebetstag der Frauen e.V.; IBAN: DE60 5206 0410 0004 0045 40