Landkreis 15.04.2018 Von Die Harke

Weniger Insolvenzverfahren

Schuldnerberater Wolfgang Lippel nennt aktuelle Bundeszahlen

Das Bundesamt für Statistik hat aktuell die endgültigen Zahlen der Insolvenzverfahren für das Jahr 2017 mitgeteilt. Bei allen Verfahrensformen gab es einen Rückgang. Dies teilt Wolfgang Lippel, Schuldnerberater des Paritätischen Nienburg, mit. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzverfahren für Privatpersonen habe gegenüber dem Vorjahr abgenommen. Es wurden 71896 Verfahren eröffnet, was einer Abnahme von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Dies sei im siebten Jahr in Folge ein Rückgang der Verfahrenszahlen. Ein derart niedriger Stand sei seit dem Jahr 2004 nicht mehr erreicht worden.

Die sinkenden Insolvenzverfahren, so Lippel, scheinen sich zu verstetigen. Im sechsten Jahr hintereinander seien, mit sinkender Tendenz, deutlich unter 100.000 Verfahren eröffnet worden.

Dies sei sicherlich der nach wie vor guten Konjunktur- und Arbeitsmarktlage geschuldet. Auch die Einführung des Pfändungsschutzkontos im Jahr 2010 mit in vielen Fällen ausreichenden pfändungsfreien Beträgen nehme offenbar den Druck, unbedingt ein Verfahren durchführen zu müssen.

Bei den Unternehmensinsolvenzen ist mit 20.093 Verfahren der niedrigste Stand seit Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999 erreicht. Insgesamt ging die Zahl der Eröffnungen im letzten Jahr auf 115632 und damit um 5,6 Prozent zurück. Hier seien auch Nachlassinsolvenzen sowie die Verfahren ehemaliger Selbstständiger berücksichtigt, heißt es abschließend.

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Erstellt:
15. April 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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