Die Zahl der Jungvögel in den Kreis-Nienburger Storchennestern. Grafik: Brockmann

Die Zahl der Jungvögel in den Kreis-Nienburger Storchennestern. Grafik: Brockmann

Landkreis 06.12.2020 Von Die Harke

Weniger Jungstörche

Dennoch rechnet Betreuer Hermann Brockmann langfristig mit steigener Population

Hermann Brockmann, Storchenbetreuer für den Landkreis Nienburg, hat jetzt die Brutbilanz für das Jahr 2020 vorgelegt.

Er schreibt: Bereits Anfang Februar kamen die ersten Störche aus dem Winterquartier zurück – die sogenannten Westzieher, die den Winter- bedingt durch die milde Witterung – in Spanien verbracht hatten und belegten einen Großteil der Horste.

Die Ostzieher – sie überwintern in der Sahelzone und ziehen über die Türkei und Bulgarien – erreichten den Landkreis erst Ende März/Anfang April. Es kam vermehrt zu Kämpfen um Nistplätze, wobei es auch zu Verlusten kam:So wurde in Möhlenhalenbeck wurde ein Altvogel am Lauf so stark verletzt, dass er verendete und die begonnene Brut aufgegeben wurde.

Viele Jungstörche, die in früheren Zeiten in den Winterquartieren geblieben sind, sind mit in den Norden gezogen und haben sogenannte Junggesellentrupps gebildet. Des öfteren waren sie auf den Feldern bei der Nahrungssuche zu sehen, und haben zum Teil auch schon einmal einen Horst bezogen (Verlobungspaare), sind aber noch ohne Bruterfolg geblieben.

Die Entwicklung der Population. Grafik: Brockmann

Die Entwicklung der Population. Grafik: Brockmann

Die Anzahl der Brutpaare ist im Jahr 2020 noch einmal angestiegen und zwar von 55 (2019) auf 63, das ist ein Anstieg von 14,5 Prozent.

Von den 63 Paaren haben 49 erfolgreich gebrütet und 108 Junge aufgezogen– neun Junge weniger als im vergangenen Jahr– 14 Paare sind ohne Junge geblieben.

Als Grün nennt Brockmann Futtermangel wegen der Witterung (fehlende Niederschläge im April und Mai) mit der Folge von fehlenden Regenwürmer als Nahrung für die Jungen. Ab Ende Juni habe es dann ein besseres Nahrungsangebot in Form Heuschrecken und Mäusen gegeben.

In einem Horst sei die Brut eingegangen vermutlich Ersticken der Jungtiere durch falsche Fütterung mit Plastikmüll.

In Wellie und Deblinghausen starb je ein Jungtier kurz vorm Flüggewerden an einer Krankheit. In Schamerloh ist ein Altvogel tödlich verunglückt. Zwei Eier wurden daraufhin zur Wildtierstation :nach Sachsenhagen gebracht –zwei Jungstörche sind dort geschlüpft. Zudem gab es Verlobungspaare mit Nestbau und Paarungsverhalten aber ohne Gelege.

Die 49 erfolgreichen Bruten teilen sich wie folgt auf: 11 Paare mit lediglich einem Jungen, 19 Paare mit zwei Jungtieren, 17 Paare mit drei Jungtieren undzwei Paare mit vier Jungstörchen (Wenden und Münchehagen). Mit einem Bruterfolg von 1,71 Junge pro alle Paare liegt das Ergebnis unter dem langjährigen Mittel von 1,8.

Der Ausblick des Storchenbetreuers: Der starke Anstieg der Population der Störche wird vermehrt zu Neubesetzungen von Nisthilfen, aber auch zu neuen Horsten auf zum Beispiel Bäumen führen sowie zu Revierkämpfen. Aber alles ist abhängig von der Witterung und dem Nahrungsangebot.

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Erstellt:
6. Dezember 2020, 14:46 Uhr
Lesedauer:
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