Gleichstellungsbeauftragte Sarah Peters hat die Ausstellung initiiert. Garms

Gleichstellungsbeauftragte Sarah Peters hat die Ausstellung initiiert. Garms

Nienburg 16.11.2017 Von Die Harke

Wenn Gewalt gegen Frauen digital wird

Ausstellung im Nienburger Rathaus zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen

Am 25. November ist Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen. Dazu ist im [DATENBANK=145]Nienburger Rathaus[/DATENBANK] die Ausstellung „Wenn aus analog digital wird – Gewalt gegen Frauen im Internet“ zu sehen. Dazu schreibt [DATENBANK=2886]Sarah Peters[/DATENBANK], die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Nienburg, die die Ausstellung organisiert hat: „Obwohl wir im Jahr 2017 leben, leiden besonders Frauen weltweit noch immer an Gewalt, die in den meisten Fällen durch Männer verübt wird. Frauen sind auf verschiedene Art und Weise durch geschlechterspezifische Gewalt betroffen. Das reicht von der Beschneidung ihrer Rechte auf Selbstbestimmung über sexuelle Gewalt bis hin zur häuslichen Gewalt.

Fast 100 Prozent der Opfer von Vergewaltigung und sexueller Nötigung in Paarbeziehungen sind weiblich, fast 90 Prozent der Opfer beim Stalking und Bedrohung in der Partnerschaft sind Frauen, und bei vorsätzlicher, einfacher Körperverletzung sowie bei Mord und Totschlag in Paarbeziehungen sind 80 Prozent der Opfer Frauen. Diese Zahlen stammen aus der polizeilichen Kriminalstatistik aus dem Jahr 2015 sowie aus aktuellen Erhebungen des Hilfetelefons ,Gewalt gegen Frauen‘.

Die Zahlen zeigen, dass Frauen in Deutschland besonders in oder nach Paarbeziehungen von Gewalt betroffen sind. Diese sogenannte häusliche Gewalt kann sich sowohl körperlich als auch psychisch äußern.

Zudem wurde in den letzten Jahren ein dramatischer Trend sichtbar: Gewalt, die zuvor analog und im direkten sozialen Umfeld stattgefunden hat, wird inzwischen durch das Internet zur digitalen Gewalt. Ein wichtiges Merkmal digitaler Gewalt ist die Tatsache, dass Menschen in der Regel nicht davor fliehen können. Heutzutage sind wir fast immer und überall online. Die Gewalt folgt uns also in der Hosentasche. Menschen werden online gemobbt, diffamiert und ausgegrenzt. Die digitale Gewalt, die sich gezielt gegen Frauen richtet, wird in den meisten Fällen von Männern und nicht selten von (Ex-)Partnern verübt.

Durch soziale Medien, aber auch durch die illegale Installation von Spysoftware ist es den (Ex-)Partnern möglich, die Frauen auszuspähen, sie zu stalken und zu bedrohen und das rund um die Uhr. Aufgrund der dramatischen Zunahme dieses Trends widmet sich die Ausstellung im Rathaus Nienburg diesem Thema. Hier wird dargestellt, welche Formen der digitalen Gewalt es gibt und was sich hinter den Taten verbirgt.

Sind es Taten einzelner bekannter Personen aus dem sozialen Umfeld oder sind es Taten, die anonym und in der Gruppe verübt werden? Neben Informationen zum Thema digitale Gewalt gegen Frauen wird hier auch die Kampagne ,Women should …‘ von UN Women ausgestellt. Die Kampagne zeigt beispielhaft, welche sexistischen Wertevorstellungen bei vielen Menschen noch immer vorherrschen, indem sie die Autovervollständigung von Google darstellt, wenn die Suchanfrage zum Beispiel mit ,Frauen sollten …‘ gestartet wird“, schreibt Peters.

Die Ausstellung ist bis zum 29. November im Dendermonde-Saal des Rathauses zu sehen. Wer Interesse an einer Führung durch die Ausstellung hat, wendet sich an die Gleichstellungsbeauftragte Sarah Peters, Telefon (0 50 21) 8 73 61.

Zum Artikel

Erstellt:
16. November 2017, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 29sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.