Die Coronaverordnungen sind nicht immer auf den ersten Blick klar. Foto: stock.adobe.com

Die Coronaverordnungen sind nicht immer auf den ersten Blick klar. Foto: stock.adobe.com

Landkreis 14.05.2021 Von Holger Lachnit

Wer blickt da noch durch?

„Wer blickt da noch durch?“, lautet eine häufige Frage im Zusammenhang mit den Coronaverordnungen. Mitunter ist das selbst für uns als Journalistinnen und Journalisten schwer zu durchschauen. Und manchmal führt das dazu, dass wir Dinge schreiben, die schlichtweg nicht stimmen.

Das beste Beispiel dafür bin ich: Ich hatte bei einer „Meinung des Tages“ behauptet, im Landkreis Nienburg müssten Beifahrer in Autos eine Maske tragen, da der Inzidenzwert hier über 100 stieg. Stimmt nicht. Zwar legt die „Bundes-Notbremse“ diese Regelung für Hochinzidenzkreise fest, aber sie muss vom jeweiligen Landkreis noch per Verordnung angeordnet werden.

Und da die Nienburger Kreisverwaltung diesen Punkt nicht in ihre Verordnung aufgenommen hat, gilt eben keine Beifahrer-Maskenpflicht. Darauf hat mich ein freundlicher Nienburger Rechtsanwalt hingewiesen. Vielen Dank für den Tipp!

Nächstes Beispiel: Ich hatte geschrieben, dass im Falle von fünf Werktagen unter einer Inzidenz von 100 ab Mittwoch im Landkreis Nienburg Erleichterungen gelten würden, da diese am übernächsten Werktag wirksam würden. Stimmt nicht: Sie gelten (hoffentlich) bereits ab Montag.

Denn: Für Erleichterungen gilt der übernächste Tag nach fünf Inzidenztagen unter 100, nicht der übernächste Werktag. Gemerkt: Werktage sind rechtlich nicht gleichbedeutend mit Tagen. Wer blickt da noch durch?

Aber unabhängig davon: Drücken wir die Daumen, dass die Inzidenz möglichst lange konstant unter 100 bleibt, damit ab Montag weitere Öffnungen möglich sind – in der Außengastronomie zum Beispiel.

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Erstellt:
14. Mai 2021, 07:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 43sec

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