Olaf Seemeyer

Olaf Seemeyer

05.10.2014

„Wesavi“: 180 bis 250 Badegäste. Tag für Tag

Probebetrieb bis 12. Oktober verlängert / Mit der endgültigen Freigabe wird Ende Oktober gerechnet

Von Edda Hagebölling

Nienburg. Die Ersten kommen morgens um halb 6, die letzten gehen abends um 9. Nienburgs neues Ganzjahresbad ist – zumindest gefühlt – rund um die Uhr geöffnet. 180 bis 250 Badegäste ziehen nach Auskunft von „Wesavi“-Geschäftsführer seit Beginn des Probebetriebs am 15. September ihre Bahnen. Tag für Tag. Selbst am Altstadtfestsonntag, als die Temperaturen eher zum Sonnenbaden und Grillen einluden, als zum Schwimmen hinter Glaswänden. Hinzu kommen die Schulklassen und Vereine. Weil auch jetzt – gut zwei Monate nach Ablauf des eigentlich avisierten Eröffnungstermins 1. August – nach wie vor nur das Sport- und das Nichtschwimmerbecken zur Verfügung stehen, wurde der Probebetrieb noch einmal verlängert. Bis zum 12. Oktober. Wegen des eingeschränkten Angebots zahlen Erwachsene auch weiterhin drei Euro für bis zu drei Stunden, Kinder und Jugendliche die Hälfte. Ebenfalls bereits geöffnet sind neben dem Kassenbereich die auch von Nicht-Badegästen zu nutzende Caféteria. Sie wird nach Auskunft von Olaf Seemeyer ebenfalls bereits gut genutzt. Die Zubereitungsküche ist das Reich von Monika Lippel. Ungarische Gulaschsuppe stehe im Moment hoch im Kurs, berichtete sie am Dienstagmorgen, zu haben seien aber natürlich auch frische Salate in mehreren Varianten, Currywurst oder selbstgemachter Kartoffelsalat.

Der Badegast kann das, was er verzehrt, per Chip bezahlen, der Gast, der nur etwas essen oder trinken möchte, zahlt bar.

Eigentlich auch schon längst fertig, aber vom Gesundheitsamt noch nicht freigegeben sind das Plansch- und das Kursbecken. Da beide von dem gleichen Wasserkreislauf versorgt werden, wie das – noch nicht fertige – Gesundheitsbecken, konnte das Wasser noch nicht überprüft werden.

Am Gesundheitsbecken wurden am Dienstag gerade die Geländer angebracht. Eine Firma aus der Lausitz hatte den Zuschlag bekommen. Im Einsatz sind aber auch noch die Trocken-, die Lüftungs- und die Saunabauer sowie die Elektriker und die Fliesenleger. Olaf Seemeyer geht im Moment davon aus, dass die Freigabe des neuen Ganzjahresbades Ende Oktober erfolgen kann. Einschließlich der drei Drinnen- und der drei Draußensaunen.

Fertiggestellt werden muss außerdem noch der Parkplatz. Geplant ist, Theater- und „Wesavi“-Parkplatz miteinander zu kombinieren. Die Zufahrt soll dann, wie beim Schloßplatz, per Schrankentechnik möglich werden. Der – fast fertige – „Wesavi“-Parkplatz steht zurzeit ausschließlich den Firmenfahrzeugen zur Verfügung, beim arg lädierten Theaterparkplatz hat man im Sommer von der Erhöhung der Parkgebühr abgesehen. Er ist wegen der Bauarbeiten nur eingeschränkt zu nutzen und muss sicherlich auch noch an etlichen Stellen repariert werden.

Bereits reagiert wurde auf die eine oder andere Anregung, die von den Badegästen an die „Wesavi“-Verantwortlichen herangetragen wurde. Beispielsweise wurde im Bereich der Haartrockner eine zusätzliche Garderobenleiste angebracht. Damit niemand seine Jacke anbehalten muss, wenn er sich die Haare fönen will.

Aufgefallen war ferner, dass die Startblöcke am Sportbecken wackeln. „Dem gehen wir natürlich nach“, versichert Olaf Seemeyer. Und weist darauf hin, dass demnächst ohnehin ein Treffen mit den Vereinen geplant ist.

Bereits bemängelt wurde ferner, dass die Garderobenschränke im Sportbereich recht klein seien. „Das sind sie in der Tat“, räumt der Geschäftsführer ein. „Wir standen seinerzeit vor der Entscheidung: größere Schränke und dafür weniger oder kleinere und dafür mehr. Wir haben uns dann für die zweite Möglichkeit entschieden“, so Seemeyer. Im Saunabereich sei das jedoch nicht so. Dort gebe es kleinere und größere Garderobenschränke.

Sehr erfreulich ist nach Auskunft Olaf Seemeyers die Nachfrage nach dem Kursbecken. Mehrere Vereine hätten großes Interesse daran, Aquagymnastik oder ähnliches anzubieten. Gemeldet hätten sich aber auch private Anbieter von Kursen im 30 Grad warmen Therapiebecken.

Dass die Verzögerung des Eröffnungstermins – avisiert war ja, wie berichtet, der 1. August – auch finanzielle Einbußen mit sich bringt, ist allen Verantwortlichen klar. Verstehen können sie auch, dass immer wieder angeregt wird, doch noch einmal über die Höhe der Eintrittsgelder – einschließlich der für die Frühschwimmer – nachzudenken.

Doch Seemeyer gibt zu bedenken, dass man die Tarife ja nicht aufs Geratewohl festgelegt habe. Vielmehr habe der Entscheidung über die Höhe der Tarife natürlich eine Wirtschaftlichkeitsstudie zugrunde gelegen.

Bezuschusst wird das „Wesavi“ nach aktuellem Stand pro Jahr mit 1,4 Millionen Euro.

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Erstellt:
5. Oktober 2014, 00:00 Uhr
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