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07.11.2019 Von Alan Smithee

Wie Großkonzerne weltweit den Rohstoffhandel dominieren

Wer von führenden Weltmarken spricht, dem fallen in der heutigen Zeit vor allem Google, Amazon oder Apple ein. Doch abseits der Technologiebranche gibt es eine Milliardenindustrie, die in der breiten Öffentlichkeit kaum Beachtung findet. Rohstoffkonzerne besitzen einen großen Einfluss und konnten diesen im vergangenen Jahr sogar weiter ausbauen. Trotz aller Kritik an ihrer Nachhaltigkeit stieg der Umsatz deutlich an.

683 Milliarden $ Umsatz bedeutet achtprozentige Steigerung

Schon das Jahr 2017 war für die Rohstoffindustrie ein besonders erfolgreiches. Der Gesamtumsatz konnte damals um 23 % gesteigert werden und erreichte 630 Milliarden $. Doch damit nicht genug, denn wie der aktuelle Mine-Report zeigt, verlief 2018 ebenfalls positiv. Im Jahresverlauf stieg die Umsatzzahl um 51 Milliarden $ auf 683 Milliarden $ an. Da auch die Marktkapitalisierung bis zum April 2019 merkliche Fortschritte machte, zeigt sich die Branche überaus zufrieden mit der Entwicklung.

Ein Hauptverantwortlicher für die positive Entwicklung ist der australisch-britische Rohstoffkonzern BHP Group. Bei einem Umsatz von 43 Milliarden $ erreichte das Unternehmen beeindruckende 6 Milliarden $ Gewinn. Die BHP Group beschäftigt sich vor allem mit Petroleum, Kupfer, Eisenerz sowie Energiekohle. Trotz allem schreibt der Konzern nicht nur positive Schlagzeilen, war er doch für die größte Umweltkatastrophe Brasiliens im Jahr 2015 verantwortlich. Damals brach am Rio Doce der Damm einer Erzeisenmine. Dem Erfolg des Unternehmens tat es letztlich aber keinen Abbruch.

Aus der gleichen Länderkombination entspringt der Konzern Rio Tinto. Der Konzern beschäftigt sich auf dem weltweiten Rohstoffmarkt hauptsächlich mit der Förderung von Eisenerz und Aluminium. Mehr als einmal schrieb das Unternehmen jedoch ebenfalls negative Schlagzeilen. Weder die angekündigte Bahnlinie im afrikanischen Guinea entstand bis heute, noch erhielten die Bewohner der Pazifikinsel Bougainville etwas von den umfangreichen Gewinnen aus der Kupferförderung in den 1970-er und 80-er Jahren. Letzteres zog sogar einen Bürgerkrieg nach sich und macht die bedeutende Rolle der Rohstoffkonzerne deutlich. Nichtsdestotrotz erreichte die Rio Tinto Group 2018 einen Umsatz von 40,5 Milliarden $ und Gewinne in Höhe von 13,8 Milliarden $.

Brasilien als Zentrum der Rohstoffförderung

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Es sind jedoch bei Weitem nicht nur die ausländischen Großkonzerne, die einen bedeutsamen Einfluss auf die Industrie besitzen. Wie schon an der BHP Group zu erkennen, ist der südamerikanische Staat Brasilien eine Goldgrube für die Rohstoffindustrie. Daran sind jedoch auch einheimische Konzerne beteiligt. Beispielhaft dafür steht Vale S.A., der einst ein staatseigener Betrieb war, ehe 1997 die Privatisierung folgte. Das Unternehmen war im Verlauf der Jahre ein wahrer Allrounder und förderte unter anderem Eisenerz, Kohle, Kupfer und Kobalt.

Vor allem Eisenerz steht nach wie vor im Fokus, handelt es sich bei Vale S.A. doch um den weltweit größten Exporteur. Gewinne von 7 Milliarden $ gesellen sich zu einem Umsatz von 36,8 Milliarden $. Vier Jahre nach dem Unglück durch die BHP Group musste abermals ein Dammbruch verzeichnet werden. Nicht zuletzt aufgrund dieser Geschichten wird die Milliardenindustrie Rohstoffförderung nicht im gleichen Licht angesehen wie die Top-Unternehmen der Technologiebranche.

Dies wird sich wohl auch in Zukunft nicht ändern, wobei das weder Konzerne noch Investoren großartig beeinflussen dürfte. Das Potenzial bleibt auch in Zukunft unbestritten, wobei die Rohstoffknappheit in bestimmten Gebieten für weitere Preissprünge sorgen wird.

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Erstellt:
7. November 2019, 11:57 Uhr
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