Bei der Eröffnung (von links): Landrat Detlev Kohlmeier, Werner Behrens vom Runden Tisch, Dr. Dirk Götting, Leiter des Polizeimuseums Niedersachsen; Rudi Klemm von WABE und der Direktor der Polizeiakademie, Carsten Rose. WABE

Bei der Eröffnung (von links): Landrat Detlev Kohlmeier, Werner Behrens vom Runden Tisch, Dr. Dirk Götting, Leiter des Polizeimuseums Niedersachsen; Rudi Klemm von WABE und der Direktor der Polizeiakademie, Carsten Rose. WABE

Nienburg 07.03.2018 Von Die Harke

Wie Polizei instrumentalisiert wurde

Nienburger „Wochen gegen Rassismus“ eröffnet / Programm bis zum 12. April

Im [DATENBANK=777]Quaet-Faslem-Haus[/DATENBANK] fand die Auftaktveranstaltung zu den Nienburger „Wochen gegen Rassismus“ statt. Einleitende Worte gab es von Landrat [DATENBANK=5]Detlev Kohlmeier[/DATENBANK], dem Schirmherrn der Veranstaltungsreihe, der insbesondere die neue Kooperation mit dem Polizeimuseum hervorhob. Als einer der Sprecher des Runden Tisches gegen Rechtsextremismus, dem Hauptorganisator der Wochen gegen Rassismus, begrüßte auch Werner Behrens die Gäste und stellte die Aktion „100% Menschenwürde – zusammen gegen Rassismus“ vor. Das hat der Runde Tisch mitgeteilt

[DATENBANK=504]Rudi Klemm[/DATENBANK] von [DATENBANK=147]WABE[/DATENBANK] Verden gab einen kurzen Überblick über die Entstehung der überall auf der Welt stattfindenden Wochen gegen Rassismus. So erklärte er, die Wochen begleiteten den internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März, den Gedenktag an das Massaker von Sharpeville in Südafrika im Jahre 1960, bei dem im Rahmen einer gewaltsamen Niederschlagung einer Demonstation gegen die rassistische Passpolitk des Apartheidsregimes 69 Demonstrierende getötet und viele weitere verletzt oder inhaftiert wurden.

Mit dieser Geschichte über Rassismus und Polizeigewalt leitete Klemm über zum Vortrag von Dr. [DATENBANK=4145]Dirk Götting[/DATENBANK], Leiter des Polizeimuseums Niedersachsen, der dieses Thema im Hinblick auf die NS-Zeit beleuchtete.

Sein Vortrag über die Polizeistrukturen im Wandel zwischen Kaiserzeit, Weimarer Republik, NS-Zeit und Nachkriegszeit thematisierte schwerpunktmäßig die Polizei als ausführendes Organ und „Terrorinstrument“ rassistischer und antisemitischer Gewalttaten im NS-Staat. Dabei zeichnete Dr. Götting anschaulich den Prozess der Instrumentalisierung der Polizei durch die Nationalsozialisten, aber auch die Verbindungen zwischen SA, SS und Gestapo nach.

In seinem Vortrag machte Dr. Götting die Wichtigkeit der Auseinandersetzung staatlicher wie öffentlicher Einrichtungen mit ihrer eigenen Geschichte während des NS-Regimes deutlich. Die Polizei in Niedersachsen, so sagte er, sei mit der eigenen Auseinandersetzung dabei schon weitaus fortschrittlicher als viele andere Institutionen.

Und doch, so wurde deutlich, gebe es auch in der Polizei noch vieles aufzuarbeiten und zu beforschen – so zum Beispiel die Rolle der Polizei in der Weimarer Republik, aber auch die schlecht gelungene „Entnazifizierung“ der Polizei nach Kriegsende.

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Erstellt:
7. März 2018, 21:00 Uhr
Lesedauer:
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