Weniger Jugendliche trinken im Kreis offenbar bis zur Vergiftung. Foto: miket/AdobeStock

Weniger Jugendliche trinken im Kreis offenbar bis zur Vergiftung. Foto: miket/AdobeStock

Landkreis 14.03.2021 Von Nikias Schmidetzki

Wie geht’s Ihnen am Wochenende?

Guten Tag – ein Kommentar

Am Freitagnachmittag schon zu wissen, dass es einem am Ende des Wochenendes schlecht geht, sind keine besonders tollen Aussichten – auch, wenn das für viele nach einem ganz normalen Wochenende klingt. So geht es derzeit aber offenbar vielen, die sich samstags oder sonntags gegen Covid-19 impfen lassen dürfen, weil für ihre Berufsgruppe dann Termine vorgehalten sind. Dafür haben sie danach – so denn alles klappt – Ruhe vor dem fiesen Virus.

Am Freitagnachmittag schon zu wissen, dass es einem am Ende des Wochenendes schlecht geht, das ist eben bei vielen aber auch eine Folge – wie eingangs beschrieben – von zu hohem Alkoholkonsum.Frei nach dem in Fachkreisen überschätzten Welthit „Wo war ich in der Nacht von Freitag auf Montag?“ Doch ganz im Ernst: Gerade Jugendliche und junge Erwachsene lassen es immer wieder genau darauf ankommen, gezielt innerhalb kurzer Zeit möglichst viel zu trinken – im schlimmsten Fall bis zur Besinnungslosigkeit. Doch gute Nachrichten: Dieses sogenannte Komasaufen scheint im Landkreis Nienburg zuletzt weniger geworden zu sein – und zwar schon vor Corona und den damit verbundenen Kontakteinschränkungen.

Die DAK Gesundheit wenigstens berichtet: „Die Zahl alkoholbedingter Klinikaufenthalte von Kindern und Jugendlichen ist im Landkreis Nienburg gesunken.“ Dennoch landeten demnach 2019 noch 24 Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus. Nach den offiziellen Zahlen des Statistischen Landesamtes Niedersachsen sei die Zahl der Betroffenen im Vergleich zu 2018 damit um 36,8 Prozent gesunken und damit deutlich mehr als im Landesschnitt, der bei gerade drei Prozent weniger Betroffenen liege. Weiterhin Anlass zur Sorge gibt Experten laut DAK Gesundheit der Alkoholmissbrauch bei den weiblichen Kindern und Jugendlichen bis 20 Jahren. Hier sei die Zahl in Niedersachsen fast unverändert geblieben. In der Nienburger Region waren es jedoch immerhin 9,1 Prozent weniger als im Jahr zuvor.

Zur Aufklärung setzt die Krankenkasse auch in diesem Jahr die Kampagne „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ im Landkreis Nienburg fort. Zum zwölften Mal werden beim bundesweiten Wettbewerb Schüler zwischen zwölf und 17 Jahren aufgerufen, mit Plakaten kreative Botschaften gegen das Rauschtrinken zu entwickeln. Auch die Schulen in der Region wurden angeschrieben und zur Teilnahme eingeladen. Einsendeschluss für den Wettbewerb ist der 30. April. An der mehrfach ausgezeichneten Präventionskampagne gegen Alkoholmissbrauch nahmen seit dem Jahr 2010 mehr als 110.000 junge Künstlerinnen und Künstler teil.

Zum Artikel

Erstellt:
14. März 2021, 06:45 Uhr
Lesedauer:
ca. 2min 14sec

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Themen


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.