Sebastian Stüben DH

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Wie gewonnen, so zerronnen

Gute vier Jahre ist es erst her, da hat Familie Schmädeke aus Wietzen leidenschaftlich für die Einrichtung einer Förderschule für ihren Sohn Torben im Kreisgebiet gekämpft. Wäre nicht im Sommer 2012 der Förderzweig körperliche und motorische Entwicklung (KME) an der Oberschule Heemsen eingerichtet worden, hätte Torben jeden Tag zwei Stunden mit dem Bus nach Hannover fahren müssen – und zwei Stunden wieder zurück nach Wietzen. Da ist Heemsen ein Katzensprung.

Doch wie gewonnen, so zerronnen. Nach nur vier Schuljahren gibt es den Zweig in Heemsen nicht mehr: die Schule wird nach und nach geschlossen, seit zwei Jahren gibt es keine Schüler in der fünften Klasse des Förderzweigs. Die fünf Kinder, die im kommenden Sommer als Schüler mit Förderbedarf (KME) in den fünften Jahrgang wechseln, und deren Eltern müssen jetzt wieder den Weg nach Hannover akzeptieren. Oder auf die Karte Inklusion setzen.

Ich denke, es ist ohnehin der richtige Weg, Schüler mit körperlichen Einschränkungen an Regelschulen zu integrieren. Dafür müssen allerdings die baulichen und pädagogischen Voraussetzungen geschaffen werden. Eltern und Schüler sollten die

Möglichkeit der Inklusion als Chance sehen. Der Weg nach Hannover mit dem Bus dürfte ohnehin für die wenigsten eine Alternative sein – zumal die lange Fahrt gerade für Schüler mit KME-Förderbedarf eine erhebliche Belastung darstellen dürfte.

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Erstellt:
29. Februar 2016, 21:00 Uhr
Lesedauer:
ca. 1min 41sec

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